Kunstpark am Rußweiher
Kunst am See

Der Adler ist ein Werk des Mockersdorfers Christian Schinner (vormals Kuchenreuth bei Kemnath).

Das Hotel Glutschaufel am Rußweiher bei Eschenbach ist bekannt für seine Küche. Aber auch für Kunstliebhaber lohnt ein Besuch.

Ein großer Moment für Martina Kreitmeier: Mit ihrem Bruder war sie vergangene Woche aus Niederbayern an den Rußweiher gekommen, die Zimmerei Wiesnet aus Ernstfeld war ebenfalls zur Stelle, mit Gerüst und Werkzeug: Einen harten Arbeitstag später stand das Werk "Die Lebenswege" vor dem Hotel Glutschaufel. Zunächst wurden sieben Eichenstämme an die massiven Trageisen angepasst.

Die sieben Säulen stehen für die Stationen des Lebenswegs. Der "Läufer" hat gerade die vierte Station seines Weges erreicht und schreitet munter weiter. Lange musste die Künstlerin nach den richtigen Hölzern suchen: "Es ist nicht einfach, verwunden gewachsene Eichen im Sägewerk zu bekommen. Die krummen Stämme werden aussortiert."

Hotelier Georg Weber war in einem Artikel im Münchner Merkur auf die Künstlerin aufmerksam geworden. Nachdem er das alte Hotel Obersee gekauft hatte, plante er einen Neubau, der sich in die Umgebung einfügen sollte. Das gleiche galt für den Stadel, der wenig später entstand. "Wir hatten schon immer genaue Vorstellungen, wie der Platz aussehen sollte", erklärt Weber. Dabei habe das Thema Kunst eine wichtige Rolle gespielt. Die Terrasse lädt inzwischen nicht nur Hotelgäste zum Verweilen und Betrachten ein.

"Die Lebenswege" ist Kreitmeiers zweite Arbeit am Obersee. Die erste "sitzt" seit vergangenem Jahr auf einem Balken am Stadel und trägt den Namen Perspektivwechsel V. Seit 2005 ist die gelernte Schreinerin als freischaffende Künstlerin tätig. Sie erhielt mehrere Auszeichnungen, beteiligt sich regelmäßig an Ausstellungen im In- und Ausland.

Ebenfalls in der Einfahrt steht die "Erdenkrone" des Oberpfälzers Christian Sedell. Zwei große Findlinge sind ausgerichtet, "um mit weiteren Steinen im Steinwald Verbindung zu halten". Ein Bergkristall krönt die Steine. Er thront auf einer schräg eingelassenen handgefertigten Steele aus Bronze.

In westlicher Richtung laden an einer Ruhebank die Brettmenschen von Werner F. Richter zum Verweilen. Im hinteren Bereich zeigt Korbinian Huber auf langen Standhölzern den "Flug der Gans". Der Vogel aus der Künstlerwerkstatt von Christian Schinner in Mockersdorf hat sich versteckt. Kunstliebhaber werden ihn nur erblicken, wenn sie den Weg zum Baumhaus finden. Eingeweihte wissen, der metallene Adler gilt als Wegbereiter für den brütenden Fischadler am Rußweiher.

Etwa in der Mitte und direkt am Hotel steht ein Werk von Gabriela und Georg Weber. Aufgereihte Granitsteine zeigen den Weg zum Himmel. Die Scheune ist ein eigenes, handwerkliches Kunstwerk der Zimmererfamilie Wiesnet aus Ernstfeld: echte alte Zimmererkunst mit gezapften Balken gezapft, statt geklammert. Auch so etwas findet man heute nur mehr selten - wie einen Kunstpark wie den am Rußweiher.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.