Theater am Gymnasium
Wahnsinn mit Methode

In einer verrückten Welt leben (von links) Leiterin Hannah Wohl sowie die "Physiker" Manuel Scherm, Lukas Scherl und Nicolai Mosch. Bild: stg

Die ganze Welt ein Irrenhaus? Irgendwie schon. Da will auch das Gymnasium nicht abseits stehen - zumindest literarisch-künstlerisch. Einen Ausschnitt aus der verrückten Welt hat Friedrich Dürrenmatt 1961/62 in sein Drama "Die Physiker" gepackt: Das brachte das Oberstufentheater unter der Leitung von Studienrat Michael Werner auf die Bühne.

Die Handlung spielt zum großen Teil im Salon eines besonderen Sanatoriums, dessen Patienten unter anderem drei Physiker sind. Dr. Mathilde von Zahnd (Hannah Wohl als anfangs einfühlsame, später skrupellose Ärztin) leitet die Anstalt. Eine Krankenschwester ist vom Physiker Ernesti (Lukas Scherl), der sich für Einstein hält, umgebracht worden. Kriminalinspektor Voß (David Giesel) ist mit dem Fall beauftragt - er ist nicht zum ersten Mal in der Anstalt: Bereits vor drei Monaten hat Physiker Beutler (Manuel Scherm), der glaubt, Newton zu sein, eine Schwester getötet. Der dritte Physiker im Bunde heißt Möbius (Nicolai Mosch) und glaubt, ihm begegne ständig der biblische König Salomon. Ihm gesteht Schwester Monika (Sophia Friedl) ihre Liebe, die dieser auch erwidert. Doch aus der gemeinsamen Zukunft wird nichts - Möbius erdrosselt sie.

Bei einem Essen der drei Physiker wird die ganze Groteske klar: Newton, dessen wirklicher Name Kilton ist, räumt ein, Möbius ausspionieren zu wollen. Kurz darauf "outet" sich Einstein: Er arbeitet für einen Geheimdienst und heißt Eisler. Nun gibt auch Möbius zu, nicht verrückt zu sein. Er gesteht zudem, die "Weltformel" entdeckt zu haben, aus Angst vor verheeren Folgen halte er sie geheim. Deshalb lebe er in der Irrenanstalt. Die Manuskripte habe er verbrannt, die Welt sei noch nicht reif - die Physiker gehen einen Pakt ein, beschließen, in der Anstalt zu bleiben, um das Geheimnis zu wahren.

Ende gut, alles gut? Mitnichten. Denn nun wird deutlich, wer die Verrückte im Sanatorium ist - die Leiterin: Sie kennt schon längst die Geheimnisse, hat die Manuskripte von Möbius kopiert und will die Weltherrschaft an sich reißen. Zurückbleiben desillusionierte Physiker. Die acht Akteure brachten viel Leben auf die Bühne, neben den Genannten wirkten Timo Schmitt als Schwester Marta und Pfleger Uwe sowie Lukas Zellner als Lehrer, Polizist und Missionar mit. Für die Technik waren Chris Grafberger, Simon Folkenborn, Lukas Häckl und Maximilian Melzner verantwortlich. Mit viel Beifall wurde die Leistung des Ensembles belohnt.
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