"VielHarmonie" im Klangkörper

Abwechslungsreiche Abendmusik erfüllte am Christkönigstag in der Stadtpfarrkirche St. Laurentius die Herzen der Besucher. Eindrucksvoll bestätigten der Chor der Pfarrgemeinde, die Solistinnen, das Jugendstreichorchester der Musikschule und ein junges Bläserquintett, ebenfalls von der Musikschule im Vierstädtedreieck, die große Bandbreite ihres Repertoires. Bild: do

Achtung! Fertig! Musik! Mit "VielHarmonie" beendeten der Chor der Pfarrgemeinde Eschenbach und zwei Ensembles der Musikschule das Jahr der Barmherzigkeit. Unter Joachim Stepperts Leitung überraschten Chöre und Instrumentalisten mit gehaltvollem Programm, Kontrapunkten und Hingabe.

Modern, traditionell und melodienselig machten sich der gut besetzte Chor, Vokalsolisten und Instrumental-Ensembles ein vorweihnachtliches Geschenk. Eine Woche vor dem ersten Advent entwickelte sich festliche Abendmusik mit markanter und gründlich aufbereiteter Wiedergabe moderner, zeitgemäßer geistlicher Musik. Verwoben ist die musikalische Weiterentwicklung mit Gregor Linßen. Einem Prolog glich zu Beginn des Abendlobs der Kreuzzeichen-Kanon des bekanntesten Vertreters des neuen geistlichen Liedgutes. In anspruchsvoller Rhythmik erklang "Den Namen des Vaters wollen wir ehren, die Liebe des Sohnes in uns mehren".

Berührender Abend


Diesem Bekenntnis folgten "Lob und Dank", so ein erster Abschnitt des berührenden Abendkonzerts. Chor, Vokalsolisten und Bläser verneigten sich vor dem großen Wolfgang Amadeus Mozart. Aus der Missa brevis in G-Dur, der "Pastoralmesse" des großen Meisters, erklangen Kyrie, Sanctus und Benedictus. Dabei glänzten die Vokalsolistinnen Anna Ott (Sopran) und Teresa Trummer (Alt) mit jugendlicher Unbekümmertheit. In der folgenden Mozartschen Kirchensonate in C-Dur stellte der Klangkörper seine Profession unter Beweis.

Unter dem Motto "Vertrauen und Bitte" genossen die Besucher weitere Kostproben. Wieder war es ein Arrangement von Gregor Linßen, das faszinierte. "Ein Licht in dir geborgen" aus der "Messe vom Licht" erinnerte ebenso an klassische Musical- und Gospelelemente wie der Beitrag "Wagt euch zu den Ufern, stellt euch gegen den Strom". Zum beeindruckenden Gesamtwerk dieses Themenbereiches gehörte Friedrich Mendelssohn-Bartholdys Komposition "Jerusalem" mit einem bezaubernden Solobeitrag von Anna Ott. Diesem Plädoyer für Toleranz folgten Arien aus dem Oratorium "Elias". Mit "Wirf dein Anliegen auf den Herrn" und "Sei stille dem Herrn und warte auf ihn" zeichneten der Chor der Pfarrei und Vokalsolistin Teresa Trummer große Gestalten der Bibel nach. Tiefgreifend, ja dramatisch waren die mit großer Feinheit und Leichtigkeit vorgetragenen Kompositionen Mendelssohn-Bartholdys. In diese Demut eingebettet erklang der berühmte Schlusschoral "Jesus bleibet meine Freude" aus der Kantate BWV 147 von Johann Sebastian Bach. Eindrucksvoll beschwor der Chor mit Orchesterbegleitung "Herz und Mund und Tat und Leben".

"Marienlob" war der nächste Abschnitt überschrieben. Eindrucksvoll bestätigten gemischter Chor und Frauenchor sowie das Bläserquintett der Musikschule mit Thomas Murr, Jonas Schreml, Susanne Schubert, Maximilian Fuchs und Lukas Lorenz, wie stark und tief die Verehrung der Gottesmutter verwurzelt ist. Zu Gehör kam eine Komposition des Oberpfälzer Kirchenmusikers Michael Haller. "Sei gegrüßt, o Jungfrau rein" hieß der Gruß an die Gottesmutter. Hymnisch, ja himmlisch war der Lobgesang auf die "Heilige Königin, der Mutter der Barmherzigkeit und Hoffnung". Halleluja, Salve Regina jubilierten die Sängerinnen in der Wiedergabe aus dem Film "Sister Act". Paukenschläge, und das ohne Pauken, kamen vom Bläserquintett. Die "glorreichen Fünf" brillierten mit Enrico Morricones Song "Gabriels Oboe". Ein Klasse-Beitrag und einer der Höhepunkte der "Abendmusik".

"Volle Kanne"


Vielseitigkeit waren auch die Schlusspunkte. "Ewigkeit und Wiederkunft" hieß die Überschrift zum "Trauergesang" des Liedermachers Linßen. Der Text erinnert an den 11. September 2001. Der Beitrag des gemischten Chores führte "in Angst und Not" zu neuen Ufern. Auf Luthers Spuren wandelten Chor und Solistinnen mit Musik der Auferstehung: "Dir Gott, will ich vertrauen in schwerer Zeit. Ich will auf Hoffnung bauen trotz Traurigkeit." Danach glänzte das Jugendstreichorchester der Musikschule mit Joseph Balin Boismortiers Adagio aus der Sonata op 34/6 . "Volle Kanne" hieß es beim "Lobpreis". "Lobt den Herrn der Welt" jubelten alle Akteure. Ein fulminanter Lobgesang schallte durch St. Laurentius, der einen ebenso brausenden Beifallssturm des Publikums auslöste. Das Konzert hätte ein volles Gotteshaus verdient gehabt.
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