Bürgermeister ignoriert Anträge der CSU/ÜCW-Fraktion
Ärger im Stadtrat

Vor dem Haupteingang zur Volksschule betonten Fraktionsvorsitzender Marcus Gradl (Mitte) und die Elternbeiratsvorsitzenden Kerstin Lehl (Dritte von links) und Ulrike Weigl (Dritte von rechts) die Dringlichkeit der Einrichtung einer offenen Ganztagsschule. Bild: do

In Eschenbach geht es hoch her. Der Sprecher der CSU-Stadtratsfraktion ist sauer. Zahlreiche Anträge und Anfragen der CSU/ÜCW-Fraktion würden vom Bürgermeister auf die lange Bank geschoben oder erst gar nicht behandelt.

In den Worten des Fraktionsvorsitzenden Marcus Gradl klingt die Sorge mit, dass Eschenbach in einem Dornröschenschlaf versinkt. Als Beispiel nennt er das Desinteresse des Bürgermeisters bei der Behördenverlagerung. Erst nach langem Drängen des Stadtrates habe Peter Lehr gehandelt. Viel zu spät, meint der CSU-Fraktionssprecher.

Gar nicht reagiert habe das Stadtoberhaupt auf seine mündliche Anfrage vom Mai 2015 zur Einrichtung einer offenen Ganztagsschule in der Eschenbacher Volksschule. Aus dem Pilotprojekt zur Einführung der offenen Ganztagsangebote auch an den Volksschulen sei längst in enger Kooperation mit den Schulleitungen ein beliebtes Instrument zur Nachmittagsbetreuung geworden, wusste Gradl. Das nun plötzlich der Bürgermeister reagiere und kurzfristig eine Besichtigung mit "seinen" Genossen und den Freien Wählern organisiert habe, sei zwar bemerkenswert, aber nicht korrekt. Zu einem solch wichtigen Termin hätte der gesamte Stadtrat geladen werden müssen.

Mit seinen Fraktionskollegen, den Vorsitzenden der Elternbeiräte und Mitgliedern der CSU-Ortsvorstandes stellte sich Marcus Gradl deshalb demonstrativ vor den Eingang der Markus-Gottwalt-Schule, um für das ganztägige Schulangebot zu werben und "anzuschieben", wie er sagte. Auch geeignete Räumlichkeiten hat Gradl schon entdeckt. Schon vor 10 Jahren sei beim Schulhausneubau der Pausenhof abgesenkt worden, um das Untergeschoss der Sporthalle für Betreuungsangebote attraktiv zu machen.

An seiner Seite sieht der CSU-Sprecher die Vorsitzenden des Elternbeirates. Kerstin Lehl (Grundschule) und Ulrike Weigl (Mittelschule) setzen ebenfalls auf das Bildungs- und Betreuungsangebot einer offenen Ganztagsschule. Zudem sieht Kerstin Lehl die Einführung als wichtigen Schritt zur Vereinbarkeit von Schule und Beruf.

Einen weiteren Antrag der CSU vom Oktober 2015 zur Bedarfsermittlung für einen Kinderhort im Vermessungsamt sieht Gradl in Zusammenhang mit dem ergebnislosen Vorstoß vom Mai 2015. Alternativ zur offenen Ganztagsschule seien wegen der fehlenden Initiative des Bürgermeisters von der CSU Überlegungen zu einer flexibel buchbaren Kinderhortbetreuung im ehemaligen Vermessungsamt mit Blick auf ein künftiges Mehrgenerationenhaus angestellt worden. Für dringend halten Gradl und die CSU/ÜCW-Fraktion den Ausbau der Kinderbetreuung während der Ferienzeiten. "Drei Monate Ferienzeit können heutzutage die Familien geschweige denn alleinerziehende Elternteile kaum überbrücken." Der Fraktionssprecher begrüßte die Initiative der Staatsregierung, hierfür auch schulische Einrichtungen zu nutzen. Die CSU-ÜCW-Fraktion vermisst auch eine Reaktion zu einem Antrag vom Februar 2016, bemerkte Gradl. Sie schlage in diesem Papier vor, Räumlichkeiten des ehemaligen Vermessungsamtes für eine Tagesbetreuung von Senioren zu nutzen und/oder der älteren Generation Möglichkeiten eines Gemeinschaftstreffs einzuräumen. Zu einem ganzheitlichen Ansatz könnte dann auch in einem Mehrgenerationenhaus das Miteinander von Kindern und Senioren gehören.
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