CSU-Stadtratsfraktion gegen Ortsumgehung
Pläne für „Spange Ost“ verwerfen

Ideensammlung für eine zukunftsfähige Stadt hieß das Thema einer Klausur der CSU-Stadtratsfraktion. Zum Tagungsmittelpunkt entwickelte sich dabei die Diskussion über die Notwendigkeit der Ortsumgehung Ost.

/Speinshart. Die Internationale Begegnungsstätte Kloster Speinshart wählten Eschenbachs Stadträte der CSU/ÜCW-Fraktion als Tagungsort, um die lebhaften Debatten der vergangenen Monate zu analysieren und mit neuem Schwung Zukunftsthemen anzuschneiden. Sie beleuchteten Anträge aus der Vergangenheit, bewertete deren Ergebnisse und blickte auf wichtige kommunale Tätigkeitsfelder.

Rasch entwickelte sich in der Tagung die sogenannte Spange-Ost zum Schwerpunktthema der Diskussion. Die Fraktion berichtete von "Bauchschmerzen" beim Blick in das Planungskonzept. Die derzeit angebotene Lösung sei nicht zufriedenstellend. Wichtig sei der Fraktion eine umweltverträgliche Variante ohne großen Flächenfraß. Das Bauvolumen sei nach aktueller Planung nicht zu akzeptieren und schade Landschaft und Natur. Die CSU/ÜCW-Stadträte bedauerten ferner, dass bei der Trassierung viele Fragen ungeklärt seien und das stagnierende Verkehrsaufkommen die Frage aufwerfe, ob die Umgehungsstraße überhaupt notwendig sei.

Kreis- und Stadtrat Peter Nasser bezeichnete die Ausmaße des Brückenbauwerkes als "Wahnsinn", Korbinian Dunzer befürchtet mit der Spange-Ost ein weiteres Aussterben des Stadtberges. CSU-Ortsvorsitzende Dr. Sabine Schultes merkte an, dass ein solches Großprojekt nur sinnvoll sei, wenn man zu 100 Prozent dahinter stehe. Dies sei momentan nicht der Fall.

Geld "sinnvoller" verwenden


Auch der finanzielle Aspekt machte den Kommunalpolitikern Kopfzerbrechen. Schon für Probebohrungen würden 150 000 Euro ausgegeben, kritisierte die Fraktion. Für das Gesamtprojekt müsse man mit einem städtischen Eigenanteil in Höhe von zirka 1,5 Millionen Euro rechnen. Diese Summen "sinniger" einzusetzen, dafür plädierten die CSU/ÜCW-Räte einstimmig. Beispielsweise sei das Geld für eine weitere Zu- und Abfahrt von der B 470 zu den neuen Gewerbegebietsflächen am Stadtwald besser angelegt. Fraktionssprecher Marcus Gradl kündigte an, im Auftrag der Fraktion noch in dieser Woche im Stadtrat einen Antrag auf Einstellung des Projekts der Ortsumgehung "Spange-Ost" zu stellen.
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