Eschenbacher Stadtrat beschließt drittes Sanierungsgebiet
Stirnberg auf Vordermann bringen

Nicht nur die Spielfläche am Stirnberg kann nach der Einbeziehung des Quartiers in das städtische Sanierungsgebiet städtebaulich gefördert aufgewertet werden. Bild: rn

Wohnungen, die nicht mehr den heutigen Standards genügen, Leerstände, sanierungsbedürftige Straßen und Plätze: Die Liste der städtebaulichen Mängel im Quartier Stirnberg ist lang. Der Stadtrat hat deshalb den Bereich "Stirnberg-Bergkirche-Am Stadtweiher" als drittes Sanierungsgebiet ausgewiesen - neben Altstadt und Vorstadt.

Im Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) waren insbesondere für das Stirnberg-Quartier sowie den Bereich zwischen Altstadt und der B 470 eine Vielzahl städtebaulicher Missstände festgestellt worden. Bürgermeister Peter Lehr zählte diese in der Stadtratssitzung am Donnerstagabend nochmals auf.

Zunächst nannte er bauliche Mängel insbesondere bei den Geschoßwohnungsbauten, teilweise Leerstände, eine nicht mehr den heutigen Standards genügende Wohnausstattung sowie Mängel bei Gestalt und Aufenthaltsqualität des Wohnumfeldes. Erkannt worden seien des Weiteren sanierungs- und gestaltungsbedürftige Straßen und Plätze, Defizite bei Flächen für den ruhenden Verkehr und teilweise mangelhafte Wegeverbindungen in die Altstadt und die Bereiche um die Jahnstraße.

Brachliegende Flächen


Als städtebaulichen Missstand wertete Lehr zudem unter anderem die unter Wert genutzten beziehungsweise zum Teil brachliegenden Flächen. Die Stadt beabsichtige daher, auch den Bereich Stirnberg städtebaulich weiterzuentwickeln: "Die im öffentlichen Bereich liegenden städtebaulichen Missstände" sollen beseitigt beziehungsweise gemildert werden. Als Ergänzung dazu sollen Anreize für private Maßnahmen gegeben werden.

Die inhaltlichen Festsetzungen für das bisherige Sanierungsgebiet - die Altstadt sowie die Bereiche östlich der Grafenwöhrer und der Pressather Straße - blieben unverändert, erläuterte der Bürgermeister. Die erforderliche Änderungssatzung beziehe sich nur auf die räumliche Abgrenzung. Er informierte, dass die Festlegung des neuen Sanierungsgebiets nicht mehr der Genehmigung durch die Regierung der Oberpfalz bedürfe, aber bei einem Besprechungstermin am 16. Februar mit dieser abgestimmt worden sei.

Anhand eines Lageplanes stellte Architekt Klaus Stiefler die Fläche des neuen Sanierungsgebiets vor. "Mit der Erweiterung wird die Voraussetzung geschaffen, auch für städtebauliche Sanierungsmaßnahmen dort Fördermittel aus dem Städtebauförderprogramm zu erhalten."

Anreiz für private Projekte


Zusätzlich könnten Grundstückseigentümer bei der Einkommensteuer erhöhte steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten in Anspruch nehmen. Stiefler sah darin einen Anreiz, ergänzend zur Kommune tätig zu werden. Die Stadt habe zudem die Möglichkeit, in einem späteren Schritt das Kommunale Förderprogramm auf die Erweiterungsflächen auszudehnen.

Als "sehr erfreulich" wertete Fritz Betzl (SPD) das neue Sanierungsgebiet III: "Seit Jahrzehnten haben wir darum gekämpft, dass im Ortsteil Stirnberg etwas geschieht." Auf Vorschlag von Willi Trummer (FW) wurden die Sanierungsflächen nördlich der Altstadt nach Westen hin geringfügig erweitert. Begrenzung ist somit die Straße am sogenannten Fischerberg. Marcus Gradl (CSU) sieht nunmehr die Möglichkeit, die Spielfläche am Stirnberg aufzuwerten.
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