Grafenwöhrs Bürgermeister hält nichts vom Eschenbacher Gesundheitszentrum
Gesundheit abgesaugt

Wir könnten auch in Grafenwöhr eine Gutachteritis mit bestellten Vorschlägen auslösen.

Die Pläne für ein Gesundheitszentrum in Eschenbach sind noch vage, die Kritik ist schon recht konkret. Grafenwöhrs Bürgermeister macht deutlich, dass seine Stadt nicht zugunsten Eschenbachs verzichtet.

/Grafenwöhr. Zweifel erntet die Stadt für ihre Pläne für ein Gesundheitszentrum im ehemaligen Krankenhaus. Grafenwöhrs Bürgermeister Edgar Knobloch nutzte den Weihnachtsbesuch mit der CSU-Delegation im Haus St. Laurentius, um seine Stadt in Stellung zu bringen: "Alles, was mit Gesundheit zu tun hat, soll nach Eschenbach, das geht zu weit", kritisierte Knobloch.

Von der Bewegungsübung bis zur Spezialbehandlung reiche der Eschenbacher Wunschkatalog, bemerkte Knobloch etwas angefressen und stellte die Frage: "Was ist mit der medizinischen Versorgung der anderen Gemeinden? Knobloch erinnerte an die doppelte Einwohnerzahl der Stadt Grafenwöhr und forderte eine gerechtere Verteilung medizinischer Fachkräfte im Interesse der Kranken.

Knobloch kritisierte auch einen übertriebenen Hang zu Gutachten, den er in der Stadt Eschenbach zu erkennen glaubt. Dies müsse man ebenso in Frage stellen, wie die "gefühlt eintausendste Bestandsanalyse". Edgar Knobloch weiter: "Wir könnten auch in Grafenwöhr eine Gutachteritis mit bestellten Vorschlägen auslösen." Keinesfalls werde er einer ungerechten Verteilung des regionalen medizinischen Leistungsangebotes zustimmen. "Ein Eschenbacher Gesundheitszentrum, wie es die Studie vorschlägt, saugt alles weg, was mit Medizin zu tun hat".

Nach diesem Klartext herrschte in der Runde Beschwichtigungsbedarf. Eschenbachs dritter Bürgermeister Klaus Lehl sprach von einer Studie mit Erkenntnissen und Empfehlungen. Jetzt beginne die Suche nach geeigneten und bedarfsgerechten Dienstleistern. Die Überlegung nach einem ambulanten Behandlungszentrum sah Klaus Lehl in Zusammenhang mit dem Notarztstandort und der BRK-Rettungswache. "Das passt einfach zusammen." Klaus Lehl gab " überörtlichen Klärungs- und Verständigungsbedarf" zu und empfahl gemeinsame Aktivitäten.

Diesen Weg hält auch Vize-Landrat Albert Nickl für zielführend. "Wir müssen die medizinische Versorgung des gesamten Landkreis-Westens im Blick haben", forderte er. Vorstellbar sei in beiden Städten ein Ärztehaus, um die Lücken des aufgelassenen Krankenhauses zu schließen. MdB Reiner Meier erinnerte an den neuen "Innovationsfond" zum Aufbau medizinischer Versorgungszentren und schlug gemeinsame Schritte vor. Als eine wichtige Schnittstelle für den Kampf der Gemeinden um mehr Ärzte betrachtete Eschenbachs CSU-Ortsvorsitzende Dr. Sabine Schultes die Kassenärztlichen Vereinigungen. Optimistisch zeigte sich MdB Albert Rupprecht. "Bei der ärztlichen Versorgung wird sich in den nächsten fünf Jahren einiges tun."
Wir könnten auch in Grafenwöhr eine Gutachteritis mit bestellten Vorschlägen auslösen.Grafenwöhrs Bürgermeister Edgar Knobloch
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.