Hort, Geschwindigkeitsmessung, Waldkindergarten
Stadtrat arbeitet CSU-Anträge ab

Kontrovers ging es im Eschenbacher Stadtrat zu, als drei Anträge des CSU/ÜCW-Fraktion zur Entscheidung anstanden. Bei den Themen Hort und Geschwindigkeitsmessung kam es zur Entscheidung. Beim Waldkindergarten sieht es anders aus.

Marcus Gradl trug zunächst den CSU-Antrag vom 27. Oktober 2015 auf "Bedarfserhebung zur Kinderhortes im ehemaligen Vermessungsamt" vor. Die CSU wolle damit Familie und Beruf besser vereinbar machen. Schon im Wahlkampf 2014 sei ein "Hort im Vermessungsamt" Thema gewesen, die CSU habe im vergangen Herbst die Bedarfserhebung beantragt.

Fürs Vermessungsamt sprechen Rückzugsmöglichkeiten für Schüler, dazu biete das Gebäude Möglichkeiten zur Senioren- und Ferienbetreuung und für die Musikschule. Er verwies auf das Modell der offenen Ganztagsschule (OGTS), das im Freistaat bis 2018 umgesetzt sein soll. Seine Fraktion halte es für wichtig, "dass wir uns auch mit dem Thema Schulkinderbetreuung beschäftigen und eine Lösung finden, ob Hort oder Ganztagsschule".

Bürgermeister Peter Lehr hielt entgegen, dass der Kaufvertrag fürs Vermessungsamt erst seit Dezember 2015 rechtskräftig ist, die Details zur Ganztagsschule seien erst seit März 2016 bekannt. Lehr legte eine Vergleichsrechnung für Hort und OGTS vor, die Defizite von 56 000 Euro beziehungsweise 16 500 Euro ausweisen. Fritz Betzl schlug Gradl daraufhin vor: "Zieh deinen Antrag zurück, gehen wir gemeinsam die OGTS im Schulgebäude an." Matthias Haberberger meldete sich dann noch zu Wort, um zu erklären, weshalb es keinen gemeinsamen Termin für den Ortstermin in der Schule gab: "Einen Tag nach Zustellung der Einladung an die Stadträte besuchte die CSU/ÜCW-Fraktion die Schule. Daraufhin baten SPD und FW den Bürgermeister ebenfalls zur Information vor Ort."

In einem weiteren Antrag fordert die CSU/ÜCW-Fraktion den Kauf digitaler Geschwindigkeitsanzeigen für die Ortseingänge Speinsharter- und Grafenwöhrer Straße. Gradl argumentierte, dass den meisten Autofahrern die Geschwindigkeit nicht bewusst ist. Er sprach sich für die digitale Geschwindigkeitsanzeige "mit Smily und traurigem Gesicht" aus. "Richtige Raser werden diese Geräte auch nicht abschrecken", da sie "nur einen Momenteffekt bewirken", entgegnete Betzl. Hans Bscherer (FW) hielt sie für die Grafenwöhrer Straße für gut, wünschte sich jedoch für die Speinsharter Straße einen Fahrbahnteiler als Geschwindigkeitsbremser. Um weitere Diskussionen zu vermeiden, ließ der Bürgermeister abstimmen: Mit neun Ja-Stimmen beschloss der Rat, zwei Geräte zu kaufen.

Im letzten Antrag der CSU/ÜCW- Fraktion ging es um die "Umfrage im städtischen Kindergarten zur Bedarfserhebung, mit der Zielrichtung, im Stadtwald Eschenbach eine Waldkindergartengruppe zu errichten". Gradl verwies auf die Auslastung des Kindergartens, "es gibt keine Räume für eine weitere Gruppe". Die Waldtage einmal im Monat kommen sehr gut an. Er wünsche sich eine Waldgruppe, die bei mangelnder Nachfrage sofort aufgelöst werden könnte. Als weiteres Pro nannte der Fraktionssprecher: "Die Kinder sind in der Natur." Bei schlechtem Wetter stehe ein Waldwagen bereit. Gradl schlug neben der Bedarfserhebung einen Termin mit einem Experten wie zum Beispiel Sonja Rothbauer von den "Wilden Wichteln Vohenstrauß" vor, und zählte eine Reihe positiver Effekte auf, die ein Waldkindergarten für Kinder mit sich bringe.

Bürgermeister Peter Lehr erklärte, dass derzeit 28 Eschenbacher Kinder auswärtige Kindergärten besuchen, "dort wo die Eltern berufstätig sind". Er gab zu bedenken, dass für eine Waldkindergartengruppe, denen ein Bauwagen zur Verfügung steht, nur zwölf Plätze genehmigungsfähig sind. Des Weiteren stelle sich die WC-Frage. Andernorts bestünden dafür feste Gebäude. Seine Kostenrechnung für eine Waldkindergartengruppe ergab nach Abzug der Ersparnis von derzeitigen Umlagekosten an auswärtige Kindergärten ein Defizit von rund 40 000 Euro.

Weil der bereits angeschaffte Waldwagen nur Fördermittel erhielt, weil er verschiedenen Gruppen zugänglich ist, müssten 21 000 Euro Fördergeld zurückgezahlt werden, wenn ihn künftig nur mehr der Kindergarten nutzt, prophezeite Lehr. Die nun einsetzende Diskussion zwischen CSU- und SPD-Räten beendete Bürgermeister Lehr mit dem Vorschlag, im Kindergarten zu einer Informationsrunde zu laden.
Zieh deinen Antrag zurück, gehen wir gemeinsam die Offene Ganztagsschule im Schulgebäude an.Fritz Betzls Angebot an die CSU und Marcus Gradl
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