Kein Geld von der KVB
Poker um den Notarztstandort

Für die Notarztfahrzeuge in Eschenbach werden auch künftig Ärzte der Kliniken AG bereitstehen. Bild: gpa

Mal wieder machen in Eschenbach Gerüchte um den Notarztstandort die Runde. Die Kliniken AG stelle keine Ärzte mehr ab. Tatsächlich will die AG nur Geld von der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB), für die sie die Leistung erbringt.

(wüw/gpa) Muss die Rettungswache ab 1. Juli donnerstags und freitags ohne Notarzt auskommen? Dr. Thomas Arnold macht sich Sorgen, weil die Kassenärztliche Vereinigung Bayern (KVB) erklärt, die Kliniken Nordoberpfalz AG habe den Vertrag gekündigt und werde keinen Notarzt mehr zur Verfügung stellen. "Völlig unbegründet", entgegnet Kliniken-Chef Josef Götz. "Die Personaleinteilung für Juli ist längst erledigt", und auch darüberhinaus werde die AG den Dienst übernehmen.

Dass Gespräche mit der KVB über den Standort laufen, bestätigt Götz. Dabei sei aber nicht die Leistung, sondern die Bezahlung Thema. Bislang stellt die Kliniken AG das Personal für Eschenbach kostenlos. Für die Ärzte am Notarztstandort Kemnath und Tirschenreuth erhält die AG dagegen Geld von der KVB. Das hätte sie auch gerne für ihre Ärzte in Eschenbach, die KVB weigert sich jedoch.

"Die KVB kann uns verpflichten, den Notarztdienst zu übernehmen, und müsste dafür bezahlen. Weil wir die Aufgabe freiwillig übernehmen, erhalten wir kein Geld", erklärt Götz. Unterstützung erhält er von Landrat Andreas Meier. Der lobt Einsatz und Organisation in Eschenbach ausdrücklich. "Die Kliniken bemühen sich sehr um den Standort. Wir haben kaum Ausfallzeiten beim Notarztdienst", rechnet Meier vor. Deshalb sei es nur legitim, dass die Leistungen bezahlt werden. Dieses Geld käme der Gesundheitsvorsorge der Region zugute.

Die KVB verweist darauf, dass eine Einbindung von Kliniken erst vorgesehen sei, wenn eine Besetzung des Notarztstandortes anderweitig nicht gewährleistet wäre. Darauf werde erst zurückgegriffen, wenn andere Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Die KVB kündigt deshalb an, "zunächst alle Maßnahmen in die Wege zu leiten, um den Standort Eschenbach ab 1. Juli rund um die Uhr zu besetzen". Dies bestätigt Dr. Thomas Arnold. Die KVB habe die vier niedergelassenen Ärzte im Notarztdienst aufgefordert, die Zeiten der Kliniken zu übernehmen. Erst wenn dies nicht gelingt, komme eine "Institutsermächtigung" in Frage. Dies wäre ein offizieller Auftrag an die Kliniken AG für den die KVB zahlen muss. Damit liegt der Schwarze Peter bei der Kliniken AG: Solang sie die Leistung freiwillig bereitstellt, erhält sie kein Geld. Erst wenn sie den Service einstellt und die Niedergelassenen damit überfordert, müsste die KVB handeln - damit aber wohl vor allem die Kliniken-Gegner in Eschenbach auf den Plan rufen. Von denen gibt es seit der Schließung des Krankenhauses einige besonders laute.
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