Kommunalpolitiker der Grünen kritisieren Amerikaner wegen F 16-Absturz im August
Kommunalpolitiker der Grünen kritisieren Amerikaner wegen des F-16-Absturzes im August

Die Kreisversammlung der Grünen war im Gasthaus Schmid in Tremmersdorf zusammengekommen. Bild: stg

Tremmersdorf. Noch immer herrscht bei den Grünen im Landkreis Unbehagen über die Umstände und Folgen des F-16-Absturzes im August an der Landkreisgrenze zu Bayreuth. Die Informationspolitik der Amerikaner stieß bei der Kreisversammlung in Tremmersdorf sauer auf, schließlich gehe es um mögliche gesundheitliche Schäden für Helfer und Anwohner.

"Problem waren die fehlenden Informationen über die gefährlichen Stoffe im Flugzeug", brachte Grünen-Sprecher Johann Mayer die Kritik auf den Punkt. Hydrazin sei extrem giftig und krebserregend. Die Kommunalpolitiker übten massive Kritik an den Flügen des US-Militärs zwischen Spangdahlem (bei Trier) und Grafenwöhr.

"Das hat wohl damit zu tun, dass sich dort Bürgerinitiativen gegen die Übungsflüge der Kampfjets gegründet haben. Um diese Belastung zu reduzieren, werden Übungsflüge nach Grafenwöhr verlegt", erläuterte Mayer. Er appellierte an die Bewohner in der Region, sich bei Beschwerden verstärkt an das offizielle Bürgertelefon des Militärischen Flugbetriebs (0800/8 620 730 ) zu wenden.

Auf wenig Begeisterung stießen bei den Grünen Straßenbaumaßnahmen ohne Konzept. "Damit werden Verkehrsprobleme nicht gelöst, sondern nur verlagert", sagte Kreisrätin Sonja Reichold. Es gelte immer noch das alte Sprichwort "Wer Straßen baut, wird Verkehr ernten".

Einigkeit herrschte bei den Anwesenden, dass am Beispiel Neustadt/WN eindrucksvoll deutlich werde, dass eine Umgehungsstraße nicht für weniger Verkehr in der Ortschaft sorge. Man lebe bereits heute in einer Zeit, in der man zwar kaum noch die vorhandenen Straßen und Brückenbauwerke erhalten könne, aber dennoch immer wieder Projekte in Angriff nehme.

"Der nächsten Generation hinterlassen wir damit ein unlösbares Problem", meinte Johann Mayer. Man müsse immer wieder kritisch hinterfragen, ob man sich diese Dimensionen der Flächenversiegelung leisten könne. Sinnvoller sei es - und darüber würden sich viel zu wenig Gedanken gemacht - dahingehend umzudenken, wie Mobilität in der Zukunft gestaltet werden könne.

Zum Delegierten für den Kleinen Landesparteitag der Grünen im April in München wurde Johann Mayer gewählt.
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