Landkreis setzt auf Hackschnitzel
Kraftwerk steht still

Das Blockheizkraftwerk unter der Schwimmhalle wird nicht mehr genutzt. Eine Hackschnitzelheizung im Gymnasium reicht zur Wärmeerzeugung aus. Bild: do

Das Blockheizkraftwerk (BKHW) unter der Schwimmhalle steht still. Ende 2008 lief die Anlage an. Sie galt als zukunftsweisend, heute rechnet sich der Betrieb nicht mehr.

Wegen des warmen Winters reiche die Hackschnitzelheizung im Gymnasium für die Wärmeerzeugung aus. "Versorgt werden neben dem Gymnasium die Förderschule, die Wirtschaftsschule, die Schwimmhalle und die Mehrzweckhalle", vermeldet das Landratsamt. Dazu komme, dass die sanierte Schwimmhalle weniger Energie braucht. "Das Blockheizkraftwerk wird daher nicht benötigt", funktionsbereit wäre es. Grund sei der Heizstoffpreis. Hackschnitzel sind deutlich günstiger als Rapsöl, der Preisunterschied ist so deutlich, dass auch der Strom aus dem BKWH nichts an der Rechnung ändert. Dabei wird dieser dank des Erneuerbare-Energien-Gesetzes subventioniert, bis 2028 bekommt der Landkreis eine garantierte Einspeisevergütung.

Dass die Anlage still steht, spricht für Thorsten Meierhofer allerdings nicht gegen sie. Der Ingenieur an der Hochschule Amberg-Weiden hat den Modellversuch begleitet und ist von der Technik nach wie vor überzeugt. In den drei Jahren der Erprobung habe das BKHW einwandfrei gearbeitet. Dass der Landkreis derzeit auf das BKHW verzichtet und voll auf Hackschnitzel setzt, spreche für die Flexibilität des Konzepts. Die Hackschnitzelheizung sei mit dem BKHW genau für diesen Zweck gebaut worden. Auch der alte Heizölkessel sei für Notfälle und Bedarfsspitzen weiter einsatzbereit. "So besteht die Möglichkeit, auf kurzfristige Preisschwankungen zu reagieren."

Deutschlandweit war die Anlage das erste Kraftwerk mit Abgaswärmeverstromung und Abgasturbine, die in einer Kommune eingesetzt wurde. Deshalb begleitete die Technische Hochschule Amberg-Weiden die ersten drei Jahre als Modellversuch. Die Anlage erzeugt rund 240 Kilowatt Strom. Gekostet hat sie damals rund 944 000 Euro, wobei der Zuschuss 40 Prozent betrug.
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