Neue Schule für Eschenbach?
Arznei gegen Schülerschwund

Der Landkreis will eine Schule für Pharmazeutisch-Technische Assistenten und Eschenbach ist der richtige Standort. Das glauben der Stadtrat und die Leiter von Gymnasium und Wirtschaftsschule. Letzterer würde sich bei dem Projekt sogar persönlich einbringen.

Die Stadt bewirbt sich um die Berufsfachschule für Pharmazeutisch-Technische Assistenten (PTA). Bürgermeister Peter Lehr meldete am vergangenen Wochenende bei Landrat Andreas Meier Interesse an. Bei der Bürgermeisterversammlung am 20. Januar regte Josef Weilhammer die Gründung einer solchen Schule an. Der Leiter der Europaberufsschule Weiden verwies darauf, dass die nächste PTA-Schule weit weg ist. Lehr nahm mit den Leitern von Gymnasium und Wirtschaftsschule Kontakt auf. Bereits am 22. Januar kam per Post die positive Rückmeldung von Knut Thielsen und Thomas Reitmeier. Sowohl Gymnasiums- wie auch Wirtschaftsschulen-Chef sprechen sich für die neue Schule in Eschenbach aus.

Fürs Gesundheitszentrum


Auch für das geplante Gesundheitszentrum biete sich die Fachschule an: "Aufgrund der äußerst konstruktiven und nachhaltigen Zusammenarbeit der Schulleiter sowie des neu vorhandenen Gesundheitszentrums in Eschenbach wären die räumlichen Voraussetzungen zu schaffen, sofern auch der Sachaufwandsträger seine Unterstützung für Räumlichkeiten und Bauunterhalt zusichern könnte. Somit könnten Synergieeffekte, wie sie bisher schon erzielt wurden, auch auf diesem Gebiet nutzen", heißt es in dem Schreiben.

Die Schulleiter bieten an, die benötigten Räume zur Verfügung zu stellen. Grund- und Mittelschule, Sonderpädagogisches Förderzentrum, Gymnasium und Wirtschaftsschule stellen eine gute Busverbindung sicher. Die neue Schule könnte beitragen, dem demografisch bedingten Schülerrückgang entgegenzuwirken. Die Schulleiter stellen sich eine Eingangs- und eine Abschlussklasse mit je 20 Schülern vor.

Unternehmen vor Ort


Für Eschenbach spreche die Entfernung zu den nächsten Standorten: Nach Kulmbach sind es 60, nach Bamberg 105, nach Nürnberg 92 und nach Regenstauf 94 Kilometer. Auch wenn ein Großteil der Fächer durch Apotheker oder Fachlehrer abgedeckt werde, könnten auch Lehrer der beiden Schulen Stunden übernehmen. Die Schulleiter denken an Wirtschafts- und Sozialkunde, Englisch und Deutsch. Voraussetzung sei die Zustimmung der übergeordneten Behörde. Den beiden Schulen dürfe kein Nachteil entstehen. Ein weiteres Argument wirke sich vor allem finanziell aus: "Weiterhin müsste für die Leitung der Schule kein separater Schulleiter eingestellt werden." Schließlich sei auch die Wirtschaftsschule eine berufliche Schule, Reitmeier könnte sich vorstellen, auch die neue Schule zu leiten.

"Die Wirtschaftsschule Eschenbach befindet sich derzeit sowieso in der Zusammenführung mit der Wirtschaftsschule Weiden zu einem beruflichen Schulzentrum, so dass die neu zu gründende Berufsfachschule lediglich eine Erweiterung des beruflichen Schulangebotes darstellen würde."

Auch der Stadtrat steht voll hinter dem Projekt: "Lassen wir uns nicht wieder die Butter vom Brot nehmen", erklärte Marcus Gradl (CSU). "Wenn wir mit Hubert Schug schon einen Unternehmer im Pharmabereich in der Stadt haben, wäre eine PTA-Schule nur eine logische Ergänzung." "Wir sind an der Sache dran", versicherte dritter Bürgermeister Klaus Lehl. Er hatte als Vertreter der Stadt an der Bürgermeisterversammlung teilgenommen und bereits ein Gespräch mit Josef Weilhammer geführt. Bürgermeister Lehr kündigte ein weiteres Gespräch an. Die geschätzten Kosten bezifferte er auf 500 000 Euro an Sachausstattung und 200 000 Euro für Lehrkräfte.
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