Schulpartnerschaft feiert trotz Brexit
Ein Nein zum No

Trotz des "No" aus England lebt die Partnerschaft zwischen dem Gymnasium und der Great Baddow High School in Chelmsford/England. Bei der Feier zum zehnten Jubiläum gab es symbolträchtige Geschenk. Laternen sollen das Licht der Partnerschaft weiter tragen: (von links) Matthias Stitz, Fiona Coffey, Jenny Hill, Andrea Konrad und Werner Dobmeier. Bild: do

Jetzt erst recht. Das "No" der Briten zur EU schlug bei der Feier zur zehnjährigen Partnerschaft zwischen der Great Baddow High School der 170 000-Einwohner-Stadt Chelmsford und dem Gymnasium Eschenbach Wellen. "Wir wollen Brücken bauen", hieß es trotzig. Der Brexit ändere nichts.

Gastgeber und Gäste bekräftigten bei der Feier den vor zehn Jahren eingeschlagenen Weg: Begegnungen dienen der Lebens- und Weltorientierung junger Menschen. Für die Schüler sei der Brexit kein Hindernis, den europäischen Gedanken zu befruchten. Derzeit genießen 15 junge Leute aus Chelmsford Eschenbacher Gastfreundschaft.

Großbritannien sei tief gespalten, der "Brexit" trenne die Gesellschaft, bedauerte Fiona Coffey. Die Deutschlehrerin der High School aus der Hauptstadt der Grafschaft Essex, ist eine der Motoren der Schulpartnerschaft. Coffey zeigte sich vom Votum ihrer Landsleute enttäuscht. "Das war eine Entscheidung der Älteren gegen die junge Generation". Der Schüleraustausch zwischen Großbritannien und Deutschland sei nun wichtiger denn je, betonte Fiona Coffey. Den Brexit wertete die Pädagogin als Gegenteil aller pädagogischen Zielsetzungen, Toleranz, Verständnis und Freundschaft über Landesgrenzen hinweg mit Leben zu erfüllen.

Austausch-Koordinator Werner Dobmeier betonte den europäischen Gedanken des Programms. Engagement für die europäische Idee bedeute, das Austauschprogramm mit Schulen in der Slowakei, Italien, Frankreich und in der englischen Stadt 45 Kilometer nordöstlich von London zu fördern, um weltoffene und tolerante Menschen ins Leben zu schicken. Europa bedeute Augenhöhe auch bei Schulpartnerschaften. Mit Blick auf den Brexit bekräftigte der Studiendirektor die Absicht des Gymnasiums, europäischen Geist hochzuhalten und Völkerverständigung zu leben.

Seit den ersten Kontakten vor zehn Jahren sind die Jugendlichen in Familien von Achtklässlern untergebracht. Dobmeiers Dank galt auch den Gasteltern. "Ihnen gebührt besondere Anerkennung als Teil der freundschaftlichen Beziehungen."

Zum Jubiläumsabend gehörte auch ein Rückblick auf die Begegnungen in England und Deutschland. Durch den Abend führten die für die Partnerschaft verantwortlichen Lehrkräfte Andrea Konrad und Matthias Stitz. Symbolträchtig waren die Geschenke der Gastgeber. Laternen sollen die Flamme der Partnerschaft hochhalten. Eine Bildtafel erinnert an unvergessliche Momente des Austauschprogrammes.
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