Stadtratssitzung Eschenbach
Das Kreuz mit der Kreuzung

Diese Kreuzung zwischen Opel Richter und dem Lagerhaus Schloderer wird nach dem Bau der Umgehungsstraße durch einen Brückenbau und einem östlich davon angelegten Kreisverkehr ersetzt. Der Kreisel nimmt den Verkehr der Umgehungsstraße und den aus Richtung Pressather Straße, Tennisclub und Lagerhaus Schloderer auf. Bild: rn

Das Planungsverfahren zum Bau der Ortsumfahrung Eschenbach-Ost geht in die nächste Runde. Der Stadtrat stimmte der aktuellen Vorplanung des Staatlichen Bauamts Amberg-Sulzbach zur Trassenführung zu. Bürgermeister Peter Lehr sieht in der Maßnahme einen Schritt zur Weiterentwicklung der Stadt.

Die neue Trassenführung der Staatsstraße 2168 von Thomasreuth zur Bundesstraße 470 beim Lagerhaus Schloderer soll eine Entlastung des innerstädtischen Verkehrs bewirken. Das Vorhaben ist nicht neu. Planungen und Gedankenspiele geistern seit zwölf Jahren durch den Stadtrat. Die wechselnden Mandatsträger mussten sich daher stets neu in die Materie einarbeiten.

Seit 2004 wiederholt Thema


Erstmals befasste sich das Gremium am 15. April 2004 mit dem Projekt, das einen Eigenanteil der Stadt erforderlich macht. Vor dem Hintergrund der Verlagerung von US-Einheiten und dem Bau des Ortsteils Netzaberg hatte Hermann Weigl, Leiter des damaligen Straßenbauamts Weiden, den Stadträten die Idee der Ortsumgehung vorgestellt. Der Baudirektor sah die Möglichkeit, die Ortsumgehung Eschenbach-Ost zur Entlastungsstraße für den Ortskern und damit zur Haupterschließungsstraße zu erklären. Damit wäre die Stadt zum Baulastträger geworden. Die ablehnende Haltung der Stadträte war vorprogrammiert. Als Variante brachte Weigl eine offizielle Umgehungsstraße ins Gespräch. Er räumte ein, dass im Ausbauplan für die bayerischen Staatsstraßen in der ersten Dringlichkeit viele Vorhaben enthalten und die Mittel bis weit über 2010 hinaus verplant sind.

In größeren Zeitabständen beschäftigte das Thema Umgehungsstraße seither weiterhin den Stadtrat. In der jüngsten Sitzung bezog sich Bürgermeister Peter Lehr auf die Sitzung vom 25. September 2014, bei der das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach dem Gremium das Vorhaben vorgestellt hatte und die Fortführung der Planungen beschlossen wurde. Das Amt trat daraufhin in die Vorplanung der Trassenführung ein.

Baurat Frank Viehmann, Abteilungsleiter Planung, und sein Kollege Joachim Ripper informierten nun über Ergebnisse und aktuellen Stand. Viehmann sprach von Varianten der Trassenführung, die aus wasserrechtlichen Gründen ausgeschieden sind, und stellte die "Vorzugsvariante" vor. Er beschrieb die beiden Knotenpunkte Thomasreuth und Pressather Straße. Für die Kreuzung Pressather Straße/Birschling und B 470 kündigte er einen vier Meter hohen Brückenbau bei gleichzeitigem Tieferlegen der Bundesstraße um zwei Meter an. Er versprach sich damit einen "gewissen Lärmschutz". Der Plan des Bauamts sieht des Weiteren ein Abstufen der Staatsstraße zwischen Thomasreuth-Eschenbach auf eine Orts- und Gemeindeverbindungsstraße vor.

Als nächsten Schritte kündigte Viehmann zwei Bodengutachten an: einen geotechnischen Bericht und einen Bericht über die Ergebnisse von Bohrungen. Als er die Kosten dafür mit 150 000 Euro bezifferte, erklärte er auf Nachfrage zur Übernahme dieses "happigen" Betrages: "Gemäß einer Vereinbarung aus dem Jahr 2006 obliegt die Durchführung der Gutachten der Stadt Eschenbach." Offen ließ Viehmann den Zeitpunkt der Bodengutachten. "Aufgrund der Einführung der neuen DIN 18300 sind alle Geologen und Bohrfirmen nahezu ausgebucht", gab er zu bedenken.

Erst Gutachten


Er beschrieb die Vorgehensweise bei den Bohrungen und erklärte: "Erst nach Vorliegen des Bodengutachtens können wir mit der Planung des Vorentwurfs beginnen." Zu dessen "Meilensteinen" rechnete er die Ausarbeitung der Kreuzungsvereinbarung und der Unterlagen für den Vorentwurf mit Zuschussantrag, deren Genehmigung, die Erarbeitung der Feststellungsunterlagen, Durchführung und Beschluss des Planfeststellungsverfahrens. Erst dann trete Baurecht ein.

Der Stadtrat stimmte der Vorplanung des Staatlichen Bauamts Amberg-Sulzbach mit der von Frank Viehmann favorisierten Variante ohne Gegenstimme zu. (Hintergrund)

Kreisverkehr statt BrückeAls Franz Fuchs (SPD) statt einer Brücke einen Kreisverkehr favorisierte, hielt Joachim Ripper mit der Vorgabe dagegen, nach der Bundesstraßen durchgängig sein sollen. Erschwerend komme hinzu, dass der künftige Kreuzungsbereich außerorts liegt. Reinhard Wiesent (CSU/ÜCW) war daran gelegen, dass auch nach dem Bau der Umgehungsstraße die Zufahrt zu landwirtschaftlichen Grundstücken sichergestellt ist. Seine weitere Forderung betraf den Streckenabschnitt Thomasreuth-Eschenbach der St 2168 nach der Zurückstufung zur Ortsverbindungsstraße. Er sah während des Baus der Umgehungsstraße eine Mehrbelastung und Schädigung voraus. Daher forderte er die Behebung jeglicher Schäden vor der Übergabe an die Stadt. Matthias Haberberger (SPD) sprach die erforderlichen Grundverkäufe von Landwirten an den Freistaat an und fragte zur Verfahrensweise bei möglichen Weigerungen nach. "Wenn ein Nein ansteht, zieht es ein Enteignungsverfahren nach sich", kündigte Ripper an. (rn)


HintergrundHöhe der Baukosten noch unbekannt

Eschenbach. (rn) Begleitet von Anmerkungen zur Chronologie der bisherigen Planungsphase zählte Baurat Frank Viehmann als Stationen der jüngeren Zeitschiene auf: Wiederaufnahme der Bearbeitung der Voruntersuchung (2012), Durchführung Verkehrserhebungen (04/2013), Erstellung Verkehrsgutachten (09/2013), Vorstellung erster Ergebnisse im Stadtrat (09/2014), Vergabe ökologischer Untersuchungen an Ingenieur-Büro (07/2015), Vergabe Voruntersuchung an Ingenieur-Büro (08/2015) und Vorstellung der Vorzugsvariante bei Bürgermeister Lehr (01/2016).

"Die Höhe der Baukosten ist noch mit Fragenzeichen behaftet", räumte Viehmann ein. Er sprach von einer vorsichtigen Schätzung von 7,8 Millionen Euro und einer Sonderbaulast-Förderung von möglichen 80 bis 85 Prozent.
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