50 Jahre Bläsercorps
Klänge unterm Blätterdach

Jagdliches Brauchtums, verbunden mit der Freude an der Musik. Im Mehrgenerationenpark in der Eschenbach-Aue feierte das Bläsercorps der Kreisgruppe Eschenbach im Bayerischen Jagdverband (BJV) 50-jähriges Bestehen.

Hornmeister Andreas Karl dankte den St.-Sebastian-Schützen Oberbibrach, die das Bläsercorps seit Jahren bei den Probeabenden unterstützen. "Trotz schwerer Zeiten haben wir stets eng zusammengestanden und die gemeinsame Freude an der Musik gelebt."

Die Parforcehornbläser Eschenbach seien die "einzige Bläsergruppe in Bayern, die mit vier Hornmeistern" spielt, darunter Ehrenhornmeister Albert Furtner. Er dankte auch seinen jagdlichen Freunden Albert Butscher, Albert Furtner und Konrad Nickl. Jürgen Weißmann, Chef des Bläserteams des BJV, übergab eine Urkunde des BJV "in Anerkennung für die erbrachte Leistung und als Dank für die bedeutende kulturelle Arbeit". Unterzeichnet ist sie von Professor Dr. Jürgen Vocke, Präsident des BJV. Eine Erinnerungstafel der Kaibitzer Schlossbläser übergab Ely Eibisch Für sie waren die Eschenbacher maßgebliche Geburtshelfer.

Was nun folgte war eine Musikgala höchsten Ranges. Die Treppenanlage vor dem Gerätehaus der Siedlergemeinschaft diente den Jagdhornbläsern Auerbach, Kemnath-Hohes Fichtelgebirge und Tirschenreuth, der Bläsergruppe Windischeschenbach, den Kaibitzer Schlossbläsern und dem gastgebenden Parforcehornbläsern als Naturbühne.

Domäne der Oberpfalz


Die Leitung hatte die Oberpfälzer Bläserobfrau Ilona Rothballer. Von der "Dirigentenkanzel" aus zeigte sie sich stolz auf die Bläsergruppen der nördlichen Oberpfalz. Sie begründete dies mit einem Rückblick auf die Landesmeisterschaften in Erding, wo von zehn teilnehmenden Es-Parforcehorncorps fünf aus der Oberpfalz kamen und Burglengenfeld und Eschenbach den ersten und dritten Platz belegten.

Klangerlebnis


Ein erstes Klangerlebnis war der gemeinsame "Hubertusmarsch", der sechs Bläsergruppen. Vor dem Blätterdach des Eschenbach-Grabens entwickelten die etwa 50 Bläser eine grandiose Klangfülle. Als Einzeldarbietungen brachten die Auerbacher den "Auerbacher Jägermarsch", die Tirschenreuther die "Festfanfare" von Johann Haydn, die Kemnather den "Jägerschor", die Kaibitzer den "Oberjägermarsch" und die Eschenbacher ihr Kurstück von Erding, den "Waldschrat". Eingestreut waren gemeinsame Auftritte mit "Jägers Wanderliedchen" und der anspruchvollen geradezu fürstlichen "Kurfürstenfanfare".

Dirigentin Rothballer gönnte sich keine Pause. Als Zugabe zur Programmvorschau kündigte sie "Zum Essen" als des Jägers Lieblingsspiel an. Ihr Begleittext dazu fand begeisterte Zustimmung: "Ein Bläser bläst besonders fein, befeuchtet er den Mund mit Wein. Er bläst ein Wesentliches besser, sieht er Löffel, Gabel, Messer. Die Spitzenleistung er vollbringt, wenn er dazu ein Schnapserl trinkt." Auf dieser Wellenlänge blieb Dr. Karl, als er zum Ende des Konzerts einen "Schnapsexpress für alle Bläser" ankündigte.

Als Erinnerung an das Jubiläum der örtlichen Parforcehornbläser übergaben die drei Bürgermeister Eschenbach-Tassen an die Gastredner. Zum weiteren Tagesprogramm gehörten Falkner- und Hundevorführungen, die Übertragung des Fußballspiels Deutschland-Slowakei und der Festausklang mit den "Wirtshausmusikanten".
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