50 Jahre Parforcehornbläser Eschenbach
Wildschwein und Steinadler

Eberhard Wild besang das Ende des Jennerweins. Neben ihm sitzt Albert Triebel mit einem Steinadler. Bild: rn

Das Parforcehornbläserkorps zeigte sich zu seiner 50-Jahr-Feier als heitere und lebendige Gemeinschaft. Vielseitig und attraktiv verlief der zweite Teil des Jubiläums.

Das kulinarische Programm begann mit Wildschwein am Spieß, Steaks und Bratwürsten. Es setzte sich fort mit einem reichhaltigen Kuchen- und Tortenbüfett. Im Zelt lief eine Fotoschau. Sie informierte über 50 Jahre Jagdhornblasen in Eschenbach und weckte Erinnerungen an Bläsergenerationen.

Umringt von Jung und Alt war lange Zeit Albert Triebel. Der Angehörige des Bayerischen Beizjägerverbandes betreibt in Marktredwitz eine Falknerei und zeigte mit seinen Königen der Lüfte faszinierende Vorführungen. Er stellte Steinadler, Wüstenbussarde, Falken und einen Sibirischen Uhu vor und informierte über Verbreitungsgebiet, Lebensgewohnheiten, Jagdstrategien und Ernährung. Begeistert nutzten die Zuschauer die Möglichkeit, einen der Vögel einige Meter spazieren zu tragen.

Großen Beifall ernteten die Parforcehornbläser für ihr Nachmittagskonzert. Jagdsignale und konzertante Stücke wechselten sich ab. Eingebunden war der Auftritt von Eberhard Wild. Mit Gitarrenbegleitung besang er das dramatische Geschehen um den Jennerwein. Er unterstellte, dass der oberbayerische Schütze nicht wegen Wilderei, sondern wegen eines Frauenzimmers erschossen wurde. Die angekündigte Hundevorführung fiel aus. Als Ersatz dafür befasste sich Forstamtsrat Martin Gottsche mit Jagd und Urproduktion in einer modernen Gesellschaft. Er erklärte, dass Jagd, Landwirtschaft und auch Forstwirtschaft heute einen anderen Stellenwert haben als noch vor wenigen Jahren.

Der Forstmann bedauerte, dass mit der Entfremdung der Menschen gegenüber Natur und Urproduzenten die kritische Wahrnehmung zunimmt. "Der urbane moderne Mensch nimmt Forst- und Landwirtschaft nicht mehr als notwendig für die Produktion von Naturprodukten wahr. Alles, was ich zum Leben brauche, finde ich ganz bequem im Supermarkt um die Ecke. Wo dies alles herkommt, darüber machen wir uns heute wenig Gedanken." Diesem Umstand stellte er das Töten von Tieren durch die Jäger, Konflikte mit Hunde- und Katzenhaltern und insbesondere die Auslandstrophäenjagd gegenüber.

Gottsche warf die Frage auf, wie Urproduzenten dieser Kritik begegnen, die öffentliche Meinung ändern und der Bevölkerung ihre Sichtweise erklären können. Es gelte den Bürgern zu zeigen, dass Jagd weit über die genannten Kritikpunkte hinausgeht. Da die Jagd mehr sein müsse als das Hegen großer Trophäenträger, hielt er es für erforderlich, dass sich die Jäger anders aufstellen und auch mit anderen Themen in der Öffentlichkeit präsent sein müssen.

"Wir produzieren beste Lebensmittel - natürlich aufgewachsene Tiere, die wir möglichst schonend zur Strecke bringen und anschließend auch verwerten", lautete seine Botschaft. Werbung machte Gottsche für das Vorhaben der Jäger, die regionale Vermarktung anzugehen.

Es gelte auf beiden Seiten das Bewusstsein zu fördern, dass in heimischen Wäldern und Fluren hochwertige Lebensmittel produziert werden. "Ein zufriedener Wildbretkunde ist zugleich ein Jagdfreund und ein Mediator für unsere Sache", zeigte sich Gottsche zuversichtlich. Den Jagdhornbläsern bescheinigte er, dass auch sie zu einem positiven Image der Jagd beitragen können.
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