50 Jahre Parforcehornbläser
Mit dem Horn auf die Jagd

Die Parforcehornbläser in der Kreisgruppe Eschenbach feiern an diesem Sonntag ihr 50-jähriges Bestehen. Das Fest beginnt um 9 Uhr mit einem Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Laurentius.

Das weltliche Geschehen beginnt um 10 Uhr im Mehrgenerationenpark am Sommerleitenweg mit einer feierlichen Eröffnung und einem Jagdkonzert. Es spielen neben den Gastgebern die Jagdhornbläser Auerbach, Tirschenreuth und Kemnath-Hohes Fichtelgebirge, die Bläsergruppe Windischeschenbach und die Kaibitzer Schlossbläser. Die Leitung des Konzerts hat die Oberpfälzer Bläserobfrau Ilona Rothballer.

Neben einem reichhaltigen kulinarischen Angebot mit Wildschwein vom Spieß, Steaks, Bratwürsten und Kaffee und Kuchen erwartet die Besucher während des gesamten Tages Hundevorführungen, ein Falkner, die Ausstellung "Jagd einst - Jagd heute" und die Möglichkeit zum Schnupper-Blasen. Auch für Kinder wird einiges geboten sein. Von 19 bis 22 Uhr spielen die Wirtshausmusikanten.

Nachweise zum Bestehen des Bläsercorps reichen zurück bis zum Jahr 1966. Die Initiative dazu gab Hans Schwindl, der damalige Kreisvorsitzende des Landjagdverbandes Bayern (BJV.) Nach Aussagen noch lebender Erstmitglieder konnte sogar nachgewiesen werden, dass das Blasen als jagdlicher Brauch auf das Jahr 1963 zurückgeht. Denn bereits in diesem Jahr taten sich auf Anregung Schwindls Jäger und Männer im ehemaligen Landkreis Eschenbach zusammen, die sich für das Jagdhornblasen begeisterten und es auch in der Jagd ausüben wollten. Sie übten unter Leitung von Eugen Neuerer, dem Trompeter der Stadtkapelle.

Die Gründung als Bläsergruppe unter Leitung von Hans Wöhrl erfolgte 1966. Geübt wurde im Rathaus, später einmal wöchentlich in der Gaststätte Pscherer in Thomasreuth. Durch den Weggang von Bläsern aus beruflichen Gründen schmolz die noch junge Gruppe schnell zusammen und kam ihrer Auflösung sehr nahe. Anfang 1968 bestand sie aus zehn, Ende 1975 nur noch aus vier Bläsern.

Aufwärts ging es, als Peter Gottsche 1976 den Vorsitz der BJV-Kreisgruppe übernahm. Er veranlasste, dass sich mehrere seiner Jagdfreunde der Bläsergruppe anschlossen. Die Übungsabend fanden zuerst in einem Büroraum der AOK, dann im SCE-Sportheim statt. Nun war es ihr möglich, den durch das Blasen aufgetreten Flüssigkeitsverlust in der Gaststätte wieder auszugleichen.

Von 1978 bis 1994 beteiligten sich die Bläser an Landeswettbewerben mit dem Fürst-Pleß-Horn. Sie errangen jeweils fünf Gold- und Silbermedaillen. 1994 entschlossen sich die Mitglieder des Corps für das Es-Parforcehorn. Die erste Teilnahme an einem Wettbewerb brachte im Jahr 2000 in Vilshofen die Silbermedaille. Im Jahr 2012 lagen sie in der Rangordnung "Parforce in Bayern" auf Platz vier. Beim Landesbläserwettbewerb im Juni 2016 in Erding belegten die Eschenbacher in der Wertungsgruppe Es-Parforcehorn den dritten Platz und fühlten sich "wie Weltmeister".

Neben Auftritten bei Bläsertreffen oder besonderen Veranstaltungen wie dem Bauernmarkt sind die Bläser unter ihrem jetzigen Leiter Dr. Andreas Karl auch bei vielen anderen Anlässen zu hören. Dazu gehörten Veranstaltungen der BJV-Kreisgruppe oder Geburtstage, Hochzeitsfeiern und Beisetzungen von Mitgliedern.
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