Achtklässler des Gymnasiums Eschenbach beschäftigten sich mit dem Thema "Essstörung"
Auf Druck verzichten

Kathrin Venzl von der Caritas-Fachambulanz Weiden war eine der Referentinnen bei der Nachmittagsveranstaltung zum Thema "Essstörung" am Gymnasium. Bild: hfz

Was tun, wenn eine Jugendliche ungesund dünn wird und der Verdacht aufkommt, sie leidet an Magersucht? Psychotherapeuten raten dann zu einem Gespräch - und darauf, auf manche Verhaltensweisen zu verzichten. "Wenn der Hunger zum Alptraum wird ...": Mit dem Thema "Essstörung" befasste sich die achte Jahrgangsstufe des Gymnasiums Eschenbach.

Magersucht, Bulimie oder Binge-Eating-Störung - alle Aspekte einer Essstörung beschäftigten die Achtklässler, die aufmerksam Alicija Florko-Broschak und Kathrin Venzl von der Fachambulanz der Caritas Weiden zuhörten. Die beiden Referentinnen stellten dabei klar heraus, dass diese Phänomene mittlerweile sehr verbreitet in unserer Gesellschaft seien und durchaus ein ernstzunehmendes Problem darstellten. Dabei sei das Vorurteil, Essstörungen seien ein Krankheitsbild, das üblicherweise nur bei Mädchen und Frauen auftrete, längst widerlegt und überholt, betonten sie. Vielmehr seien beide Geschlechter betroffen - und zwar von allen Ausformungen.

Im Umgang mit den Betroffenen sei immer noch wichtig: "Versuchen Sie nicht, zu therapieren, sondern bieten Sie Ihre Unterstützung an!" Diese Hilfe könnten Schüler durch verschiedenste Organisationen erfahren: ob Arzt, Psychologen oder Beratungsstellen wie die Caritas Weiden. Wichtig bleibe stets, auf Druck oder Zwang zu verzichten. Stattdessen sollten Angehörige und Freunde versuchen, die Eigenmotivation durch Vorschläge zu fördern. Allgemein gelte: "Wer helfen will, muss zuerst Vertrauen aufbauen."

Und dies taten die Referentinnen. Ihr Umgang mit den Fragen und Problemen führte zu einer regen Diskussion im Klassenzimmer. Offen und dennoch diskret gingen die Expertinnen der Fachambulanz auf die Anliegen ein und stellten so das nötige Vertrauen her. Spannend und lehrreich, wirklichkeitsnah und praxisorientiert - so erlebten die Schüler den Nachmittag.

Schulleiter Dr. Knut Thielsen freute sich sehr über die gelungene Veranstaltung und dankte allen Mitwirkenden für ihr Engagement zur Wahrnehmung des gymnasialen Bildungsauftrages. Es werde immer wichtiger, über den Fachunterricht hinausweisende Beiträge zur Entwicklung der jungen Leute in das schulische Leben zu integrieren.

"Die einzigen Dinge, die noch etwas zählen"Während gesunde Menschen ihr Selbstwertgefühl aus verschiedenen Lebensbereichen ziehen, ist das etwa bei Magersüchtigen anders: "Gewicht und Figur sind die einzigen Dinge, die noch etwas zählen", sagt Expertin Beate Herpertz-Dahlmann, Direktorin einer Klinik für Psychiatrie und Psychosomatik. Dass dabei die Medien eine nicht unwichtige Rolle spielen, ist unbestreitbar. Über Internet und Fernsehen werden den Jugendlichen Schönheitsideale par excellence geliefert - und diese bestechen durch Größe und Schlankheit. Auch fast jeder Wettbewerb endet mit einem Beifall für die Dünnsten. (hfz)
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