Allzeit bereit zur Feierzeit
Feuerwehrleute sind in Habachtstellung an Silvester, aber Alarmstufe rot herrscht nicht

An Mitternacht stoßen wir mir Mineralwasser an oder höchstens einem Schluck Sekt.

Feuerwerkskörper und zu viel Alkohol sind eine explosive Mischung. Die Experten für Feuer müssten deshalb im Alarmzustand sein. Doch die Feuerwehren in Eschenbach, Pressath, Grafenwöhr und Kirchenthumbach haben an Silvester erfahrungsgemäß zum Glück nichts zu tun. Allzeit bereit sind sie natürlich trotzdem.

"Also ich muss sagen, wir haben sehr anständige Bürger in unserem Einsatzgebiet", lobt Kommandant Wolfgang Böhm von der Feuerwehr Kirchenthumbach . 25 Jahre ist er aktiv und doch kann er sich an keinen Silvester-Einsatz erinnern. Deshalb trifft die Feuerwehr auch nie besondere Vorkehrungen. Einzig zum Wechsel ins Jahr 2000 habe es einige Vorbereitungen gegeben wegen möglichen Problemen bei der Stromversorgung oder in der Telekommunikation, erinnert sich Böhm. Doch auch da sei alles ruhig geblieben. "Wollen wir hoffen, dass es so bleibt", klopft der Kommandant auf Holz. Dass aufgrund von Alkoholkonsum der Freiwilligen keiner das Feuerwehrauto fahren könne, schließt Böhm aus. "Man kennt seine Pappenheimer, und verbieten kann ich natürlich den Freiwilligen nichts." Die meisten Älteren würden eh nichts trinken.

Der letzte Tag des Jahres beginnt bei der Feuerwehr Grafenwöhr mit einer Jahresschlusssitzung aller Aktiven. Auch danach bleibt es Kommandant Hans Pappenberger zufolge gesellig. Von 20 Uhr bis 2 Uhr früh verbringen acht bis zehn Feuerwehrmänner die Silvesternacht auf der Wache. Zwar geht auch an diesem Tag jeder Notruf über die Integrierte Leitstelle, die dann alarmiert. Doch da gegen Mitternacht das Durchkommen in den Straßen schwierig sei, seien Einsatzkräfte im Feuerwehrhaus zeitsparender. In der Einsatzstelle sitzen die Freiwilligen mit ihren Familien zusammen. Natürlich böllerten sie dort nicht. "An Mitternacht stoßen wir mit Mineralwasser an oder höchstens einem Schluck Sekt an", erzählt der Grafenwöhrer Kommandant. Doch auch in seinem Einsatzgebiet geben vergangene Erfahrungen keinen Grund zur Aufregung. Einen Heckenbrand habe es mal gegeben, aber an Verletzungen könne er sich nicht erinnern.

"Wir machen eigentlich gar nichts", erklärt Adjutant Christian Götz auf die Frage nach Sicherheitsvorkehrungen bei der Eschenbacher Feuerwehr . Auch der 40-Jährige kann sich an keine Einsätze in den letzten 25 Jahren erinnern. Alle seien deshalb privat unterwegs. Dass alle potenziellen Einsatzkräfte bei einem Alarm betrunken sind, kann Götz verneinen. "Es gibt genügend Leute, die nichts trinken. Bei unseren Treffen wollen die meisten nur Spezi und Wasser."
An Mitternacht stoßen wir mir Mineralwasser an oder höchstens einem Schluck Sekt.Kommandant Hans Pappenberger FFW Grafenwöhr
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