Am Frieden "arbeiten"
"Familienfreundlicher Gottesdienst" in der Kreuzkirche

Die "Wunschzettel-Bearbeitungsstelle" in der Kreuzkirche: Die Engel Justus und Julius packten mit Unterstützung eines kleinen Engelchens die Geschenke ein - bis Marvins Wunsch sie vor ein Problem stellte. Bild: rn

Es gibt viele Vorstellungen von Frieden. Was bedeutet Frieden, und wie kann jeder Einzelne dazu beitragen? Dieser Frage gingen bei einem "familienfreundlichen Gottesdienst" in der Kreuzkirche die Engel Julius und Justus nach.

In dem Gottesdienst vor der feierlichen Christvesper traten neben dem Geschehen am Geburtstag Jesu Begriffe in den Vordergrund, die im Zusammenhang mit der Weihnachts- und Heilsbotschaft stehen: Liebe, Hoffnung und Frieden. In diesem Sinne hieß auch Lektorin Gabriele Scherl die Gläubigen willkommen.

Das Lukas-Evangelium trug das "Christkind" Alina vor, das mit seinen Engeln den Gottesdienst begleitete. Spannung kam auf, als es eine große Tafel mit der Aufschrift "Wunschzettel-Bearbeitungsstelle" enthüllte. Zwei Engel, Justus und Julius, versetzten die Gläubigen ins himmlische Vorzimmer des Christkinds, wo es kurz vor Heiligabend noch viele Wunschzettel zu erledigen gibt.

Ein kleines Engelchen holt die gewünschten Sachen, die Julius dann verpackt: ein goldenes Armband, einen Fingerring, eine Bohrmaschine, einen Rasierapparat, Designerschuhe, Lippenstift, und, und, und. Doch dann sorgt ein Brief für Verwunderung. "Was der kleine Marvin sich wünscht, haben wir nicht", erklärt Justus. Doch Julius tönt: "Wir können alles besorgen! Schließlich sind wir die Wunschzettel-Bearbeitungsstelle." Justus liest daraufhin den Brief vor, in dem Marvin von den vielen Menschen auf der Welt schreibt, denen es schlecht geht. Er wünsche sich daher Frieden auf Erden, "so wie er uns in der Weihnachtsgeschichte versprochen wurde".

Nach langen Beratungen - auch per Telefon - erkennen die Engel, dass die Menschen den Frieden an der falschen Stelle suchen: "Frieden, das ist nicht Wohlstand, Ruhe oder Gesundheit. Frieden ist etwas, das zwischen den Menschen und in ihnen ist. Etwas, an dem jeder für sich arbeiten muss." Justus und Julius erinnern daran, dass Jesus als Sohn Gottes den Menschen den Frieden vorgelebt habe, und kommen auf die Idee, Marvin eine Kinderbibel zu schicken. Zu "Halleluja" von Georg Friedrich Händel geht die Post ab.

Lektorin Gabriele Scherl gab abschließend zu verstehen, dass Sinne und Verstand oft nicht ausreichten, um das Wunder der Weihnacht zu erfassen. Wichtig sei jedoch zu glauben, "dass durch Jesus Gott bei uns ist, uns die Hand reicht, wenn wir nicht mehr weiter wissen, und unser Leid mitträgt". Mit den Liedern "O du fröhliche" und "Stille Nacht" endete ein Gottesdienst, der zum Frieden in allen Bereichen aufrief.
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