Andreas Ertl feiert 98. Geburtstag Liedertafel bringt Ständchen
Toller Tüftler, traumhafter Tenor

Voller Lebensfreude feierte Adolf Ertl im Kreise seiner Angehörigen und Sangesfreunde seinen 98. Geburtstag. Unser Bild zeigt den Jubilar mit (von links) Arnold Mirwald, dem stellvertretenden Vorsitzenden der Liedertafel, Tochter Gerlinde Reichelt, Dirigentin Riita Michelson, Sohn Lothar, Ehefrau Maria, Liedertafel-Chef Karl Ott und Tochter Ulrike Kürzinger. Bild: do

"Schaut euch nur um. Gewiss, heut sind die Schönsten, die Klügsten und die Besten nur gekommen", sang die Liedertafel. Beifällig nickte der Jubilar. Der Grund der Aufwartung war ein Besonderer: Adolf Ertl, der dem Ensemble über 60 Jahre angehörte, wurde 98 Lenze.

"Da muss man zum Gratulieren mit dem ganzen Chor kommen", befand Karl Ott, der Vorsitzende der Liedertafel. Denn: "Ob Männer- oder Kirchenchor, der Adolf zählte zu den tragenden Stimmen der Sängerzunft." Fast ein zweiter Caruso sei er gewesen, schmeichelte der Liedertafel-Chef dem Tenor der Extra-Klasse.

Sein Geburtstag war für den "Hackl-Schleifer", wie die Sangesbrüder den Kfz-Meister wegen seiner Hilfsbereitschaft bei handwerklichen Leistungen liebevoll nennen, ein strahlender Tag. Der Männerchor überbrachte seine Glückwünsche dazu mit einem weiteren Lied: "Fröhlichkeit und leichtes Leben, möge Dir der Herrgott geben."

Im Krieg bis zum Kaukasus


Doch so leicht und locker, wie die Sänger diesen Wunsch vortrugen, hatte es Adolf Ertl in seinem Leben nicht. Kaum hatte er die Kfz-Mechaniker-Lehre abgeschlossen, riefen ab 1937 Reichsarbeitsdienst und Wehrmacht. Dann begann der Zweite Weltkrieg, die Jugendzeit fiel aus.

Es folgten Kriegseinsätze in Tschechien, Polen, Frankreich, auf dem Balkan und in Russland. Als Kradfahrer bei der Wehrmachts-Südgruppe erreichte Ertl schließlich den Kaukasus. Dessen höchsten Berg, den 5642 Meter hohen Elbrus vor Augen geriet er beim Rückzug auf der Insel Krim in Gefangenschaft.

Nach vierjähriger Leidenszeit kam er 1948 nach Hause zurück. Rasch fand er sich wieder in der Heimat zurecht. Dem beruflichen Aufstieg und dem Familienglück stand nichts mehr im Wege. Nach der Weiterbildung zum Kfz-Meister öffneten sich dem "Alt"-Neuhauser viele Türen. Ertl wählte das Angebot der Raiffeisenbank Eschenbach: In deren Lagerhaus wurde er zum Werkstatt-Chef berufen. Es folgten erfüllte Jahre im Beruf und glückliche Jahrzehnte mit Ehefrau Maria sowie den Kindern Gerlinde, Ulrike und Lothar.

Experte für alte Kräder


In der Freizeit lebte Andreas Ertl seine Tüftlerleidenschaft aus. Besonders die Biker-Begeisterung ließ ihn zu einer kleinen Berühmtheit werden: Motorrad-Cracks aus der ganzen Region gaben sich in seiner Werkstatt ein Stelldichein. Ertl wurde zum exzellenten Fachmann für Oldtimer-Zweiräder. Noch heute bestätigt er: "Das schönste Hobby war das Basteln an alten Krädern."

Wegen eines weiteren Steckenpferdes kam die Liedertafel zum Gratulieren: Seit nunmehr 68 Jahren ist Adolf Ertl Mitglied, viele Jahrzehnte gehörte die schmetternde Tenor-Stimme des Jubilars zum tragenden Element des Männerchores.

Das war Grund genug, einem strahlenden, gut gelaunten "Alt"-Sänger mit munterem Liedgut Freude zu bereiten sowie Glück und Gesundheit zu wünschen. Verbunden war das Ständchen mit dem Versprechen, spätestens in zwei Jahren wieder gemeinsam mit einem alten Kameraden und Freund zu jubilieren - dann zum 100. Geburtstag,.
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