Anlage sowie Zulaufgerinne und Ablaufrohr am Rußweiher werden erneuert - Stadtrat informiert ...
72 Tonnen schwerer Mönch

Am Damm des Obersees sind schwere Baumaschinen im Einsatz. Gearbeitet wird an der Böschung sowie am Ablaufrohr, dessen derzeitige Länge von 16,80 Meter wieder auf 20 Meter ausgerichtet werden soll. Die Differenz ist laut Diplom-Ingenieur Hannes Oberndorfer das Ergebnis jahrzehntelanger Ausspülungen. Beim Ortstermin des Stadtrats war der Abbruchbagger mit dem Entfernen des alten Zulaufgerinnes am Obersee beschäftigt. Bild: rn

Seit 31. Oktober ist der Damm des Großen Rußweihers (Obersee) für jeglichen Verkehr gesperrt. Grund dafür ist die Erneuerung des Mönchs und des Ablaufgrabens. Bei einem Lokaltermin informierte sich der Stadtrat über den Fortgang der Arbeiten und die noch anstehenden Schritte.

Vor Ort waren dazu Alexander und Christian Dumler vom gleichnamigen Tiefbauunternehmen aus Erbendorf sowie Wolfgang Trassl, der Pächter des Weihers. Bürgermeister Peter Lehr sprach von einer nahezu vierjährigen Anlaufzeit, verursacht durch das Auslaufen eines alten Förderprogrammes. Eine neue Variante habe erst in Kraft treten müssen.

Weiherpegel absenken


"Erneuert werden Mönch, Zulaufgerinne und Ablaufrohr", erklärte Hannes Oberndorfer den Stadträten, die von der Dammkrone aus die Tätigkeiten des Abbruchbaggers verfolgten. Der Diplom-Ingenieur kündigte das Einsetzen eines 72 Tonnen schweren Mönchs aus Stahlbeton an. Ergänzend dazu werde das Bauumfeld zur Dammsicherung eingespundet. Zur Ausführung der Arbeiten müsse der Wasserpegel des Rußweihers jedoch noch um etwa 50 Zentimeter abgesenkt werden.

Erkennbar war bereits die auf beiden Seiten des Dammes erfolgte Verlängerung der Böschung. Zur Vermeidung von Abspülungen wird sie noch eine Steinsicherung erhalten. Erheblichen Materialaufwand wird ebenfalls das Aufgraben des Dammes und das Verlegen des neuen Ablaufrohres nach sich ziehen. Die Fertigstellung solle laut Dumler und Oberndorfer "noch 2016" erfolgen.

"Viel gefährlicher"


Eine Absage erteilte der Diplom-Ingenieur begleitenden Dammsicherungsarbeiten, wie sie 2006 das Wasserwirtschaftsamt als Schutz vor einem 100-jährigen Hochwasser für erforderlich gehalten hatte. Noch konkreter, was die sich daraus ergebenden Risiken betrifft, war dazu 2010 Dr. Frank Kleist vom Münchner Ingenieurbüro SKI geworden. Auch von einer Überlaufmulde hielt Oberndorfer wenig. Er begründete dies damit, dass die niedrigste Stelle der Oberseedammstraße in ihrem nördlichen Teil liegt. Als für einen Bruch "viel gefährlicher" stufte er den Damm an der Südseite des Sees ein, hinter dem ein Umlaufgraben verläuft.

Unklarheit herrscht darüber, wann die abbruchreife Mönchanlage gebaut wurde. Im Januar 2013 war im Stadtrat von einem Alter von mehr als 50 Jahren gemutmaßt worden. Möglich ist aber auch, dass der Mönch aus der Zeit um 1890 stammt. Denn in dem Buch "Eschenbach in Vergangenheit und Gegenwart" von 1950 ist zu lesen: "Im Winter 1886 zerriss der Damm, entleerte in einer Nacht die gesamten gestauten Wassermassen und überschwemmte das Tal des Eschenbachs."
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