Apotheker spricht beim Frauenbund über Medikamente und ihre Einnahme
Am besten vor dem Frühstück

Mit einem gehaltvollen Tropfen bedankte sich die Vorsitzende des Katholischen Frauenbundes, Monika Stopfer, bei Apotheker Stefan G. Weidinger für seinen informativen Vortrag bei der Frühstücksveranstaltung. Bild: rn

Pillen, Tropfen und Cremes hielten Einzug beim Katholischen Frauenbund: Als Experte wandte sich Apotheker Stefan G. Weidinger an eine große Frühstücksrunde und sprach über Einnahme und Nebenwirkungen von Medikamenten. Die Definition von Arzneimitteln brachte er auf einen einfachen Nenner: "Mittel, die über Zellen und Blutkreislauf eine starke Einwirkung auf den Körper zeigen."

Der Pharmazeut beleuchtete das Prozedere der Zulassung eines Medikaments und nannte als Vorgabe dafür: "Der Nutzen muss größer sein als die Möglichkeit, dass es Schaden anrichten kann." Daher sollten Medikamente nur eingenommen werden, wenn es erforderlich ist. Die beste Einnahmezeit sei in der Regel vor dem Frühstück.

Tabletten und Dragees dürften nicht zerkleinert oder in Wasser aufgelöst werden. Dies dürfe nur in begründeten Einzelfällen geschehen. "Halten Sie bei der Einnahme von Tropfen das Fläschchen stets senkrecht", empfahl Weidinger den Zuhörerinnen. Denn nur dann werde auch die richtige Dosierung erreicht. Säfte gelte es vor Gebrauch gut durchzuschütteln.

Als bewährte Methode zum Einbringen von Augentropfen empfahl er: "Hinlegen, Augen schließen, Medikament in den Augenwinkel tropfen und dann das Lid öffnen." Im Kühlschrank aufbewahrte Tropfen können vor dem Gebrauch leicht erwärmt werden. Gleiches gelte für Ohrentropfen. Wenig hält Weidinger vom Gebrauch von Wattestäbchen, da diese minimale Verletzungen verursachen können.

Wirkstoffpflaster beinhalten "starke, wirksame Stoffe". Sie sollten daher nicht zertrennt und nicht auf eingecremte Stellen geklebt werden. Bei der Verwendung von Rachensprays riet der Referent zu vorherigen Übungen: "Nur beim Einatmen sprühen, damit die fein verteilten Wirkstoffe ihr Ziel erreichen." "Vorher leicht rollen", lautete sein Tipp zur Insulinspritze.

Der Apotheker ging auch auf Abhängigkeit und Sucht ein. Verordnete Medikamente seien nicht zu vergleichen mit Rauschgift, das zu psychischer Abhängigkeit führe, betonte er. Schmerzfrei sein sei ein Lebensrecht. Antidepressiva sah er als "sehr sinnvolle Arzneien" an und hielt Vorbehalte ihnen gegenüber für nicht gerechtfertigt. Nicht zuletzt beleuchtete Weidinger das System der Zuzahlung in all seinen Facetten. Er rief dazu auf, die Möglichkeiten für Befreiungen zu nutzen, kein Geld zu verschenken und sich bei den Krankenkassen zu informieren. Vorsitzende Monika Stopfer kündigte abschließend für den Herbst eine Abendveranstaltung zum Thema Gesundheit/Medikamente an und bedankte sich bei Stefan Weidinger mit "Frauenbund-Medizin".
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