Aufbruchstimmung bei Absolventen der Wirtschaftsschule
Abschied mit Urmenschen

Die Einser-Schüler von links: Janine Becker, Marina Stingl, Jaqueline Ludwig, Lukas Walberer, Jessica Hecht, Magdalena Wittmann, Julia Schecklmann, Isabella Boruta und Nicole Kroher mit Landrat Andreas Meier (rechts), Schulleiter Thomas Reitmeier (links) und Bürgermeistern der Wohngemeinden. Bild: rn

Abschieds- und Aufbruchstimmung bei 64 Schülern der Wirtschaftsschule: Diese Woche erhielten sie ihre Zeugnisse. Den Absolventen steht nun ein neuer Lebensabschnitt bevor.

Die Absolventen erhielten Zeugnisse, die ihnen den Mittleren Bildungsabschluss bescheinigen und den Schritt in die berufliche Zukunft ebnen. Bei zwölf Schülern stand sogar eine Eins vor dem Komma. Vor Beginn der Zeugnisvergabe machte sich feierliche Stimmung breit: Die Schülerband spielte "Dancing in the sun", die Bühne trug reichen Blumenschmuck, und die Schüler und Gäste waren festlich gekleidet.

Trainer Reitmeier


Doch ein etwas in die Jahre gekommener "Schüler" ging plötzlich mit einem seltsamen Gerät in der Hand vor den ersten Sitzreihen auf und ab. Kommentarreich suchte er bestimmte Pokémon, sprach von einem "geilen Spiel" und gab einer Reihe an Ehrengästen Pokémon-Namen. Die Such- und Verfolgungsjagd endete plötzlich mit der Entschuldigung: "Verehrte Gäste, ich habe mich leider zu sehr im Spiel vertieft und sollte doch eigentlich begrüßen." Bei dem Pokémon-Trainer handelte es sich um Oberstudiendirektor Thomas Reitmeier. Nachdem er zurück zur schulischen Realität gefunden hatte, erntete er viel Sympathie für seine etwas andere Begrüßung.

Landrat Andreas Meier offenbarte ins einer Rede eigene Erinnerungen an Prüfungen. Er hielt die Schüler für das Leben bestens gerüstet. Den Spruch "Nicht für die Schule, fürs Leben lernen wir", verstehe man oft erst nach vielen Jahren wirklich. Meier wünschte den Absolventen ein Hineinwachsen in die Gesellschaft. Es gelte, sich einzubringen, die Mitmenschen anzunehmen und stets neugierig zu sein.

Dem Herzen folgen


Bürgermeister Peter Lehr verglich den Abschluss der Schüler mit der 26. Bundesligameisterschaft des FC Bayern. Auch die Schüler hätten, wie der FC Bayern, hart für den Erfolg gearbeitet. In Lehrkräften und Eltern sah der Bürgermeister Trainer und Begleiter, die Grundlagen für das spätere Leben vermittelt hatten. Weiterführende Schulen und Berufsausbildung bezeichnete er als "neue Spielzeit", in der sich die Absolventen an neue Regeln gewöhnen müssen. Dabei werde ihnen Lernen, Flexibilität und Leistungsbereitschaft nicht erspart bleiben.

Den Entschluss, an die Wirtschaftsschule zu gehen, wertete die Elternbeiratsvorsitzende Annegret Kennel als gute Wahl. Die Schüler hätten für ihren Werdegang "die beste Bildung und ein sehr gutes Rüstzeug" erhalten. Den Absolventen stünde nun eine Reise in eigener Verantwortung bevor. "Habt den Mut euerem Herzen zu folgen und habt Spaß an dem, was ihr tut!", riet Kennel.

Scharf Nachdenken


Nach den Dankesworten wandte sich Schulleiter Thomas Reitmeier an die Absolventen. Ihr Verhalten auf den Abschlussfahrten sei vorbildlich gewesen. Reitmeier wagte dann einen Blick weit zurück in die Vergangenheit. Für den Urmenschen war blitzschnelles Reagieren überlebensnotwendig. Demgegenüber rief er seine Absolventen zu scharfem Nachdenken, unabhängigem und besonnenem Handeln, Flexibilität und zum Einlassen auf Neues auf. Seinen variantenreichen Blick in die Zeit der Jäger und Sammler verband er mit Überlegungen, was sich seither verändert hat: "Alles wird raffinierter, komplexer und abhängiger voneinander. Was uns den Alltag erleichtern soll, raubt uns unendlich viel Zeit", resümierte der Schulleiter. Für die nächsten zehn Jahre sah er politische, gesellschaftliche und arbeitstechnische Änderungen voraus. An die Schüler appellierte er: "Nutzt die Chancen in euerem Leben. Sie werden aufgrund der Demografie vielfältig und zahlreich sein." Bis zum Jahr 2020 sei für Deutschland ein Fachkräftemangel von 1,3 Millionen prognostiziert.

Schülersprecherin Jaqueline Lohrai dankte für eine lehrreiche Zeit. In ihrer Rede hatte sie für jeden Lehrer eine heitere Passage eingebaut. Einen Sonderauftritt hatten Schüler der 10M. Sie sprachen vom "letzten Schritt der eigenen Kindheit", dankten jedem Lehrer für Zeit und Aufopferung. Dann übergaben sie eine Tafel mit Fotos und Unterschriften.

Die BestenFür den besten Schulabschluss (1,08) erhielt Debora Synofzik aus Schlammersdorf den Staatspreis der Regierung und einen Preis des Landkreises. Weitere Landkreispreise erhielten Linda Braun aus Trag (1,23), Janine Becker, aus Kirchenthumbach (1,50), Marina Stingl ebenfalls aus Kirchenthumbach (1,54), Nicole Roith aus Grafenwöhr (1,64), Jaqueline Ludwig aus Kemnath (1,69), Lukas Walberer aus Kirchenthumbach (1,77), Jessica Hecht aus Kirchenthumbach (1,81), Magdalena Wittmann aus Weihersberg (1,82), Julia Schecklmann aus Metzenhof (1,85), Isabella Boruta aus Eschenbach (1,92) und Nicole Kroher aus Zettlitz (1,92). (rn)
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