Auftakt zum Reformationsjubiläum
Reiches Erbe Luthers

Zum feierlichen Auftakt des Luther-Jahres gehörte der Zusammenbau des aus fünf Einzelteilen und der Luther-Rose bestehenden Reformations-Kreuzes durch Vertrauensleute der fünf Kirchengemeinden der Kulmregion. Im Bild: (von links) Künstler Udo Wenzel aus Filchendorf, Elke Bundscherer (Speichersdorf), Herbert Steinbeck (Eschenbach/Kirchenthumbach), Pfarrerin Anne Utz, Udo Greim (Grafenwöhr/Pressath), Werner Schlöger (Wirbenz/Kemnath) und Robert Gebhardt (Neustadt am Kulm). Bilder: do

Die Evangelische Kirche feiert bis zum Reformationstag am 31. Oktober 2017 ein ganzes Jahr, um an die Person und das Wirken Martin Luthers zu erinnern. Den Auftakt im "Kulmgau" bildete am Montagabend ein Festgottesdienst in der Eschenbacher Kreuzkirche.

Selten war das Gotteshaus so gut besucht wie an diesem denkwürdigen Abend. Das Lied der Protestanten, von Luther selbst getextet, soll Trost und Hoffnung geben. "Eine feste Burg ist unser Gott und Gott ist meine Zuversicht", eines der Leitmotive der Veranstaltung. Pfarrer Dr. André Fischer aus Grafenwöhr würdigte Martin Luther als einen zuversichtlichen und vorausschauenden Menschen. Er habe mit seinem Wirken die Welt verändert. Die Reformation sei nicht 500 Jahre alt, sondern immer eine neue Kraft, die bewege, verändere und Menschen ermutige.

Zu den prägenden Eindrücken gehörte das feierliche Ineinanderfügen eines Holzkreuzes, dass der Filchendorfer Hobbykünstler Udo Wenzel entworfen und gefertigt hatte. Die fünf Einzelteile vereinigten sich zu Beginn des Gottesdienstes auf den Altarstufen der Kreuzkirche zu einem Gesamtkunstwerk.

Assistiert von Pfarrerin Anne Utz (Eschenbach/Kirchenthumbach) übergaben die Vertrauensleute der fünf Kulmgemeinden Eschenbach/Kirchenthumbach, Grafenwöhr/Pressath, Neustadt am Kulm, Wirbenz/Kemnath und Speichersdorf die fünf Einzelstücke an den Künstler, der sie mit der fünfblättrigen Luther-Rose als Herzstück zum Reformations-Kreuz formte. Fortan soll es symbolisch als Zeichen gemeinsamen Wirkens in die Kulm-Kirchengemeinden hinaus strahlen. Zu den weiteren Höhepunkten des Festgottesdienstes gehörten die Gedanken von Dr. André Fischer. Der Pfarrer beleuchtete zunächst kritische Äußerungen von Margot Käßmann, EKD-Botschafterin des Lutherjahres, zur Rolle des Reformators im Schatten des Zeitgeistes im 16. Jahrhundert und bedauerte vereinzelte Distanzierungsversuche. Als absurd bezeichnete der Seelsorger auch Vorwürfe zur islamfeindlichen Haltung Luthers. Das sich Martin Luther angesichts der Türken vor Wien gegen eine Zwangsislamisierung gestemmt habe, sei nachvollziehbar. "Wozu taugte dieser Luther also eigentlich?", fragte der Prediger provokant. "In der heutigen säkularen Zeit sollte sich das Wissen um den Reformator nicht darin erschöpfen, dass evangelische Pfarrer heiraten dürfen." Evangelisches Denken bedeute vielmehr ein reiches Erbe. Der Prediger rief dazu auf, Versöhnung zu lernen und Gemeinschaft zu leben.

In der heutigen säkularen Zeit sollte sich das Wissen um den Reformator nicht darin erschöpfen, dass evangelische Pfarrer heiraten dürfen.Dr. André Fischer
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