Bauausschuss
Eschenbach setzt auf Gewerbe

Die Erweiterung des Gewerbegebiets "Am Stadtwald" kann beginnen. Der Stadtrat beauftragte das Ingenieurbüro Schultes, die öffentliche Ausschreibung für das Projekt einzuleiten. Parallel will Forstamtsrat Martin Gottsche rund zehn Hektar Wald roden lassen.

Vor nahezu 20 Jahren hatte der Stadtrat vorausschauend nördlich der Firmen Novem, Elma und Jäger circa 20 Hektar Wald als Gewerbegebiet ausweisen lassen. Der Bebauungsplan wurde am 3. Februar 1999 rechtskräftig. Nach dem Ausverkauf der Gewerbeparzellen in der Gossenstraße und der Straße "Am Stadtwald" begann die Kommune mit Vorbereitungen zur Erschließung eines Teils der Erweiterungsflächen. "Wenn wir die Stadt weiter voranbringen wollen, müssen wir investieren", erklärte dazu Bürgermeister Peter Lehr.

Die ursprüngliche Zielsetzung, dieses Gebiet noch 2016 bebaubar zu machen, scheiterte an naturschutzrechtlichen Auflagen in Form einer "speziellen artenschutzrechtlichen Prüfung". Diese erfolgte im Frühjahr dieses Jahres. Die Ergebnisse flossen in die tiefbautechnische Planung ein, die Michael Wagner im April dem Stadtrat vorstellte. Das Gremium legte Trassenführung und weitere technische Details fest. Die fertige Planung legte Wagner dem Gremium nun zur Beschlussfassung vor.

Demnach wird sich die Netto-Gewerbefläche auf 8,2 Hektar reduzieren. Wagner kündigte den Bau von 835 Meter beleuchteten Erschließungsstraßen mit einer Fahrbahnbreite von 6,50 Meter an. Sie werden begrenzt von 2,50 Meter breiten Parkstreifen für Lastwagen, einem Meter Sicherheitsabstand und einem zwei Meter breiten Gehweg mit Betonpflaster. Unterbrochen werden die Parkplätze durch Grünflächen. Im Osten endet die Erschließungsstraße in einer Wendeanlage für Lastwagen.

Da es sich um eine ebene Fläche mit geringer Längsneigung handelt, wird eine leichte Auffüllung erforderlich. Dadurch soll erreicht werden, dass mit einer 0,3-prozentigen Steigung ein Mindestgefälle für die 800 Meter lange Kanalanlage erreicht wird. "Es wird kein Hebewerk erforderlich", informierte Wagner. Er berichtete von Absprachen mit dem Wasserwirtschaftsamt, wonach das Oberflächenwasser zum Teil in den Leiseneckgraben und in ein Regenwasserrückhaltebecken geleitet wird. An den Stellen, wo der Schmutzwasserkanal an den Kanal in der Straße "Am Stadtwald" angeschlossen wird, hält der Planer Sanierungsarbeiten für erforderlich. Für die Wasserversorgung kündigte er eine 820 Meter lange Ringleitung mit 29 Anschlüssen und vier Oberflurhydranten an. Die Bruttobaukosten bezifferte Wagner mit circa 2,4 Millionen Euro, einschließlich rund 185 000 Euro für die Wurzelentfernung.

Zu den kleinen Grünflächen zwischen den Parkstreifen meldete sich Fritz Betzl zu Wort: "Ich bin zwar stets für Grün, aber hier können wir es uns sparen. Es hat Pflegebedarf. Grün haben wir im Umfeld genügend." Mit "Wir sollten es auf einem möglichst niedrigen Level halten", erhielt er Unterstützung von Reinhard Wiesend. Dieser konnte sich zur Verbesserung der Kanaltiefe auch eine leichte Erhöhung der Straße vorstellen.

Während Wagner auf die damit verbundene Kostenerhöhung verwies, gab Lehr zu bedenken, dass die Erwerber der Flächen dann ebenfalls auffüllen müssten. Er sah Probleme in der Anlieferung von Material. Als Matthias Haberberger wegen einem Blockheizkraftwerk nachfragte, versicherte Wagner: "Eine derartige Anlage ist immer möglich. Es gilt, einen möglichen Bedarf abzuwarten."

Eine Absage erteilte der Planer dem Vorschlag von Michael König, anstelle der Parkstreifen eine gesonderte Parkfläche auszuweisen. Er sprach von An- und Abfahrtsproblemen und von Verlust von Gewerbeflächen. Für nicht sinnvoll erachtete er auch den Vorschlag Königs, zur Minderung der genannten Baukosten den nördlichen Teil des neuen Gewerbegebiets vorerst nicht zu erschließen. Als Wagner von der Möglichkeit sprach, dass der Naturschutz in einigen Jahren vielleicht irgendein neues Hindernis findet, fiel aus der Sitzungsrunde die Bemerkung: "Wer weiß, was dort dann plötzlich herumkriecht." "Die heutige Entscheidung wird Folgen auf die Finanzplanung der Folgejahre haben", versicherte Lehr. Vorteile seien vor allem neue Betriebe und Arbeitsplätze.
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