Bundesrepublik ehrt Karlheinz Keck mit Verdienstmedaille
Ein Herz für die Heimat

Karlheinz Keck. Archivbild: rn

Ein Schreiben vom Landratsamt überbrachte Karlheinz Keck die frohe Nachricht: Am heutigen Mittwoch erhält er in Neustadt/WN die Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland. "Ich war total überrascht, ich habe überhaupt nicht damit gerechnet", berichtet der ehemalige Eschenbacher Stadtapotheker. Er weiß auch nicht sicher, wofür er ausgezeichnet wird. "Ich vermute aber, für mein Engagement im Heimatverein", mutmaßt Keck.

Der Eschenbacher ist seit 34 Jahren Vorstand des Vereins. Seit Ende der 70er Jahre arbeitet er bereits mit. "Wir waren eine Gruppe von jungen Leuten und hatten alle das gleiche Interesse: etwas für die Geschichtspflege machen."

Er sei dann relativ schnell in den Heimatverein eingetreten, der früher eher im Tourismusbereich tätig war. "Mit unserer jugendlichen Energie haben wir den Verein dann wiederbelebt. Er war ein bisschen im Dornröschen-Schlaf versunken." Mittlerweile befasse sich der Verein nur noch mit gemeinnützigen Projekten, das Hauptaugenmerk liegt auf der Geschichtsforschung und der Kulturarbeit. Dreh- und Angelpunkt des Heimatvereins ist das Taubnschusterhaus, dort finden Ausstellungen und Kultur-Veranstaltungen des Vereins statt. 2015 haben die Heimatforscher das Haus von der Stadt übernommen, derzeit wird es renoviert.

Geschichte der Stadt


Der Schwerpunkt der historischen Arbeit des Vereins liegt vor allem auf der Geschichte der Kommunbrauer. Bis in die 60er-Jahre hinein wurde im Taubnschusterhaus selbst Zoigl gebraut. "Wir wollten diese schöne Tradition wieder aufleben lassen, das liegt mir auch sehr am Herzen. Heute veranstalten wir in unregelmäßigen Abständen Zoigl-Abende." Der Zoigl kommt von Kommunbrauern aus Windischeschenbach oder Mitterteich. Einige Mitglieder des Heimatvereins begleiten Keck auch zur Verleihung ins Landratsamt. Keck sagt, er habe im Heimatverein und in der Stadt Eschenbach große Unterstützer seines Herzensanliegens gefunden.

"Die Geschichte bewahren - das ist mein Ziel. Und mit dem Taubnschusterhaus als Heimatkulturzentrum sind wir auf einem sehr guten Weg dahin", freut sich Keck. Der Rentner betont aber, dass er und der Verein nicht nur rückwärtsgewandt arbeiten: "Wir schaffen auch genügend Raum für zeitgenössische Kultur."

Karlheinz Keck ist stolz auf die Arbeit, die der Verein leistet. Deshalb sieht er die Medaille auch nicht als Auszeichnung für ihn persönlich. "Das ist alles Gemeinschaftsarbeit. Wir sind eine Gruppe Gleichgesinnter, die ihrer Leidenschaft nachgeht." Seit Anfang des Jahres ist Keck nun im Ruhestand, dadurch kann er sich noch intensiver um die Heimatpflege kümmern. "Zum Glück ist meine Ehefrau auch engagiert, ohne ihre Unterstützung würde das nicht klappen. Obwohl, manchmal beschwert sie sich fast ein bisschen, ich habe sehr viele Termine. Rentner sind eben schwer beschäftigt."

Apotheker im Unruhestand


Früher war es für den ehemaligen Apotheker oft schwierig, sein Hobby und den Beruf zu vereinen. "Aber es hatte auch Vorteile, durch die Arbeit in der Apotheke bin ich oft mit den Leuten ins Gespräch gekommen." Auch im Ruhestand ist er nicht ganz aus der Apotheke verschwunden, vertritt seinen Nachfolger Stefan G. Weidinger, wenn Not am Mann ist. Keck freut sich auf die Verleihung der Medaille im Neustädter Landratsamt. "Wir werden danach sicher darauf anstoßen."
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