CSU-Ortsgespräch
Frust wegen Freibads

Marcus Gradl ist überzeugt: Die Stadt braucht gute Ideen, um sich weiterzuentwickeln. Der Sprecher der CSU/ÜCW-Stadtratsfraktion wünscht sich deshalb eine Ideenschmiede. Gesagt, getan. In einer Bürgergespräch sprühten schon einmal die Funken.

Standen in dem "Jetzt-red-i"-Treffen im Stadtcafé zunächst Informationen zu Stadt-Themen im Vordergrund, ließen die überwiegend jungen Leute zur aktuellen Politik der Stadt ihrem Ärger freien Lauf.

Mehr Transparenz in der Rathauspolitik hatte Gradl schon gefordert. Nur ein Bruchteil wichtiger Themen werde öffentlich besprochen, mancher Antrag der CSU/ÜCW. "Was läuft da alles falsch?", fragte er beantwortete die Frage gleich selbst. So beklagte er den Stillstand bei der Baulandbeschaffung, sah Defizite in der Kindergartenbetreuung und entdeckte beim Bürgermeister einen Widerspruch nach dem anderen bei der Nutzung des Rußweiher-Freibades. Jetzt finde die Verwaltung nicht einmal mehr den Uralt-Beschluss des Stadtrates, auf den sich der Bürgermeister immer wieder berufe, wunderte sich Gradl. Die Verweigerungshaltung der Rathausspitze nehme allmählich groteske Züge an. Der Fraktionssprecher empfahl dem Bürgermeister, sich an den Stadtweihern in Kemnath und Grafenwöhr umzuschauen. Dort klage niemand über Sicherheitslücken und Gefahren.

Viele Anregungen


Als sinnvoll beurteilte Gradl die Entschlammungsaktion im oberen Teil des Rußweihers, um gleichzeitig für weitere Aktionen Entschlammungsbecken unterhalb des Obersee-Auslaufes ins Gespräch zu bringen. Zu den Diskussions-Anreißern gehörten zudem die Planungen zur Ortsumgehung-Ost, das Ausbluten der Geschäftswelt in der Altstadt - jetzt wohnen schon Leute im Schaufenster - und die Erweiterung des Industriegebietes.

Als leidenschaftliche Rußweiher-Besucherin outete sich Monika Diertl. Sie empfahl einen Wlan-Zugang im Freibadbereich. Überhaupt empfinde sie besonders für Jugendliche das Freibad unattraktiv. "Die Jugend fährt deshalb woanders hin." Als Zuckerl empfahl CSU-Stadtrat Michael König freien Bad-Eintritt für ehrenamtlich Tätige. Er unterstützte den Wunsch seines Fraktionssprechers, die Schlammentsorgung im Rußweiher durch ein Entschlammungsbecken zu bewerkstelligen. Immerhin habe die erste Maßnahme der Stadt 50 000 Euro gekostet.

Mit der Feststellung:"Man kann jede Initiative tot reden", beklagte sich König über die Sperrung des Freibades für kleinere Festveranstaltungen. "Deshalb sind doch die beiden Seebühnen gebaut worden." Jetzt fehle aus Sicherheitsgründen nur noch ein Bauzaun um Eschenbach, formulierte König etwas überspitzt.

Susanne Schug regte eine Besichtigung des Schätzlerbads in Weiden an. Dort gebe es einige wenige Verhaltensregeln, das reiche jedem Vernunfts-Menschen. Eigenverantwortung anstelle von Bevormundung gehöre im Schätzlerbad zum Alltag. Zudem kritisierten weitere Versammlungsteilnehmer die schikanösen Geschwindigkeitskontrollen am Marienplatz als pure Abzocke.

Ortsumgehung OstViele Fragen und wenige Antworten gab es zum Thema Ortsumgehung Ost. Zahlreiche Besucher kritisierten die fehlende Informationspolitik des Rathauses: "Wir wissen nix, wir hören nix". Deshalb forderten unter anderem Hans Rupprecht und Roland Völkl eine umgehende Vorstellung der geplanten Straßentrasse. Martin Sporrer äußerte gar den Verdacht einer Fehlplanung und prophezeite: "Das Projekt wird schon durch Geheimhaltung begraben." Völkl informierte über eine erste Zusammenkunft von Anliegern. Doch ohne Planunterlagen und den wenigen Informationen aus der Zeitung könne sich niemand ein Bild vom Projekt machen, meinte Völkl. Die Forderung der "Spange-Ost"-Anlieger ist deshalb eindeutig: Es muss eine neue Informationspolitik geben. (do)
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