Der Himmel hat's ihm angetan
Raimund Rodler feiert 80. Geburtstag

Die Gratulationscour wollte beinahe kein Ende nehmen: Zahlreiche Vereinsvertreter und die drei Bürgermeister (hinten) übermittelten Raimund Rodler (vorne, Zweiter von links) zum 80. Geburtstag die besten Wünsche. Unter den Gratulanten waren natürlich auch (vorne, von links): Enkeltochter Maria, Ehefrau Brigitta, Tochter Margarete und Sohn Daniel. Bild: rn

Raimund Rodler ist ein echtes "Christkindl": Er hat am ersten Weihnachtsfeiertag Geburtstag. Heuer vollendete er am 25. Dezember sein 80. Lebensjahr. Im Hotel Rußweiher, seit nahezu 25 Jahren Lebensmittelpunkt der Familie, zeigte sich der leidenschaftliche Gastwirt und Pilot als lebensfroher und gesprächiger Gastgeber, der eine Hüftoperation erkennbar gelassen weggesteckt hat.

Das Defilee der Gratulanten eröffneten die Bürgermeister Peter Lehr, Karl Lorenz und Klaus Lehl. Es schlossen sich an, jeweils mit Gefolge: Marita Gradl, die Vorsitzende des Gewerbevereins, CSU-Vorsitzende Dr. Sabine Schultes, Karl Ott und Arnold Mirwald, die Vorsitzenden von Liedertafel und Katholischem Männerverein, sowie eine "Himbeergeist"-Delegation. Die Gratulationscour, die bis in die Abendstunden hinein dauerte, und zu der sich auch drei Enkel und ein Urenkel gesellten, war Zeugnis der Wertschätzung von Raimund Rodler.

Zeuge von Bombenangriffen


Getauft worden war er 1935 mit Isarwasser. Das Licht der Welt hatte er am 25. Dezember um 0.20 Uhr erblickt - zu einer Zeit, wie er anmerkt, "als allerorts 'Vom Himmel hoch, da komm ich her' gesungen wurde". Dreieinhalb Jahre seiner Schulzeit - während der er mehrere Bombenangriffe miterlebte - verbrachte Rodler an einer Klosterschule in Bamberg. Um dem Bombardement zu entgehen, verzogen Mutter und Sohn gegen Kriegsende nach Grafenwöhr. Die Entscheidung erwies sich jedoch als Trugschluss, wie beide bald erkennen mussten: Die Luftangriffe auf die Soldatenstadt sind auch nach 70 Jahren stark in Erinnerung.

Als Mutter Margarete 1949 ins Gastgewerbe einstieg, begann für Sohn Raimund die Lehrzeit in einem Beruf, der sein Leben prägen und viele interessante Begegnungen mit sich bringen sollte. 1958 lernte er im elterlichen Unternehmen Rock'-n'-Roll-König Elvis Presley kennen, der dem Hotelpersonal am hauseigenen Klavier eine Sondervorstellung gab. In seine "Sammlung" von US-Größen gehört auch Garry, der Sohn von Bing Crosby.

Ein schwerer Schicksalsschlag traf Rodler 1970: Nach nur fünfjähriger Ehe verstarb seine Frau Gerlinde. Der alleinerziehende Vater von zwei Kindern fasste neuen Lebensmut, als er 1974 seine Brigitta heiratete. Bald erweiterte sich die Familie um einen weiteren Sohn.

Seit 24 Jahren in Eschenbach


Vor 24 Jahren endete die Rodler'sche Gastronomietätigkeit in Grafenwöhr: Am 1. Oktober 1991 übernahm die Familie auf Vermittlung von Stadtrat Franz Dilling das bekannte, stadteigene Hotel-Restaurant "Rußweiher". Brigitta und Raimund Rodler sind seither Garanten für Gastfreundschaft und Esskultur. Ihr Dank gilt der Stadt für die stets kooperative Zusammenarbeit.

Der rüstige Jubilar erhofft sich noch einige erfolgreiche Jahre in der Stadt, in der er sich verwurzelt fühlt. Verbunden bleibt er der Fliegerei - wenn auch seit Herbst dieses Jahres nicht mehr aktiv. Sie ist für ihn mehr als nur ein Hobby.

Bereits 1953 erwarb Rodler den Pilotenschein. Als Stützpunktleiter Weiden der Luftrettungsstaffel Bayern koordinierte er gut 20 Jahre lang die Überwachung von Brand- und Ölschäden sowie die Personensuche. Wiederholt zeichnete er sich dabei als Lebensretter aus. Zu seinem "Runden" gingen daher auch Gratulationsschreiben der Staats- und der Bezirksregierung ein.
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