Die Meister der Schnitzkunst
Carola und Werner Neudert entführen evangelischen Seniorenkreis ins Erzgebirge

Lichterbogen, Räuchermännchen, Geklöppeltes: Ihre Heimat, das Erzgebirge, brachten Carola und Werner Neudert den Besuchern beim evangelischen Seniorenkreis näher. Drei Bilderserien widmeten sich der Volkskunst, dem Bergbau und der "erzgebirgischen Weihnacht". Bild: rn

Das Erzgebirge hielt Einzug in die Kreuzkirche: Carola und Werner Neudert, die aus einer kleinen Gemeinde zwischen Annaberg-Buchholz und Oberwiesenthal stammen und seit 2010 in Weiden leben, entführten die Besucher beim evangelischen Seniorenkreis mit einer Bilderreise in eine traumhafte Landschaft.

Mit einem "Glück auf!" begrüßte Carola Neudert vor einem Tisch mit erzgebirgischer Schnitzkunst die erwartungsfrohe Runde und stellte ihre Heimat mit markanten Erhebungen wie Fichtelberg, Bärenstein und Scheibenberg vor. Auch warb sie für eine Fahrt mit der Schmalspurbahn.

Die Vorstellung von Originalen des Erzgebirges übernahm Ehemann Werner: Er präsentierte eine nahezu einstündige, beeindruckende Bilderschau. Als bedeutendes Kulturdenkmal stellte er den 2014 zum Weltkulturerbe ernannten Frohnauer Hammer vor, eine ehemalige Getreidemühle, die nach der Nutzung als Ölmühle von 1621 bis 1904 als Kupfer- und Eisenhammer diente.

Einem Spaziergang durch die regionale Volkskunst glich der Weg durch die Werkstätten der Schnitzer. "Die Wurzeln der Schnitzerei sind im Berg zu finden", merkte Neudert an. Dass im Erzgebirge überhaupt fast alles vom Bergwerk kommt, hatte er seinen aufmerksamen Zuhörern bereits nach wenigen Minuten vermittelt. Der Referent hielt die drei Videoserien - sie wurden begleitet von unverkennbar erzgebirgischen Weisen - wiederholt an und gab zusätzliche Informationen.

Porträts als Krönung


Verbunden mit dem Blick in die zahlreichen Schnitz-Werkstätten war eine Namensgalerie der bekanntesten Meister, die auch den Krippenweg in der Bergkirche von Annaberg schufen. Dieser wird jährlich um eine 1,20 Meter große Figur erweitert. Viele der vorgestellten Schnitzwerke zeigen Persönlichkeiten der Annaberger Berggeschichte. Unter sie mischte sich der 1841 verstorbene Karl Stülpner, der als "Robin Hood des Erzgebirges" in die Geschichte eingegangen ist. In Porträts sah Neudert die Krönung der erzgebirgischen Schnitzkunst.

Er blickte auch auf die Geschichte des Bergbaus zurück, die 1492 mit dem Fund von Silbererz begonnen hatte. "Als der Stadt im Jahr 1501 durch kaiserlichen Wappenbrief der Name St. Annaberg verliehen wurde, fuhren bereits täglich 2000 Bergleute in 350 Zechen ein", berichtete der von seiner Heimat begeisterte Referent.

Dichter und Komponist


Der letzte Teil der Bilderreise galt der "erzgebirgischen Weihnacht". Zu sehen waren stimmungsvolle Winterlandschaften und natürlich dazu passende Schnitzereien. Musikalische Auferstehung feierte schließlich Anton Günther, der große Heimatdichter und Komponist des Erzgebirges, der im nahen Gottesgab jenseits der böhmischen Grenze gelebt hat. Mit dem Glockengeläut der St. Annenkirche holte Neudert die Senioren zurück in die derzeit triste Oberpfälzer Realität.
Weitere Beiträge zu den Themen: Seniorenkreis (14)Erzgebirge (9)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.