Die Reservistenkameradschaft Eschenbach setzt sich gegen das Vergessen ein
Toten den Namen zurückgeben

Die Reservistenkameradschaft Eschenbach setzt sich gegen das Vergessen ein. Mit einer Hauslistensammlung, die am gestrigen Freitag startete, unterstützen die Mitglieder Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK).

Am Allerheiligentag steht die Reservistenkameradschaft außerdem zur Büchsensammlung an den Friedhofstoren. Arbeit für den Frieden - das hat sich der VDK selbst zur Aufgabe gemacht und verfolgt dieses Ziel seit dem Jahr 1919. "Doch angesichts der täglichen Meldungen in den Nachrichten müssen wir feststellen, dass die Menschen aus den schrecklichen Ereignissen der beiden Weltkriege im vergangenen Jahrhundert und den Bürgerkriegen unserer Tage anscheinend nichts gelernt haben", resümierte Walther Hermann in der Monatsversammlung der Reservisten. Die Vergangenheit lasse sich aber nicht einfach zu den Akten legen, dazu sei sie zu leidvoll und folgenschwer. Hermann blickte auf die Aufgabenschwerpunkte des VDK im Jahr 2015 zurück, zu denen erneut die umfangreichen Umbettungs- und Exhumierungsarbeiten in den Gebieten Nordwest- und Zentralwestrusslands gehörten.

Allein auf dem Territorium der heutigen Russischen Föderation habe der Volksbund mehr als 16 000 Kriegstote geborgen. Als Grundlage für das Auffinden kleinerer Grabanlagen bis hin zu Einzelgräbern hätten aufwendige Recherchen und unter anderem auch Luftbildaufnahmen gedient.

Zeitzeugen und teilweises auch die Bundeswehr hatten den Volksbund bei seiner Arbeit vor Ort unterstützt. "Insgesamt wurden so in den Ländern der Russischen Föderation, Weißrusslands und der Ukraine im vergangenen Jahr fast 23 000 Kriegstote aus über 400 Grabanlagen geborgen", berichtete Hermann. In seinen Unterlagen dokumentiert der Umbettungsdienst des VDK die Feststellungen, die am Grab sowie am Ausbettungsort getroffen wurden. Anhand dieser Protokolle, Berichte und Meldungen versucht der Gräbernachweis - soweit es möglich ist - abschließend die Toten zu identifizieren.

Ort der Trauer


Daraus ergibt sich: "Den Gefallenen wird der Name zurückgegeben und den Angehörigen ein Ort der Trauer geschaffen." Die Zahl der Umbettungsprotokolle seit 1992 bezifferte Hermann mit 701 194. Daraus hätten sich 258 943 Einzelidentifizierungen ergeben, die dazu beigetragen haben, dass die Vermisstenschicksale geklärt werden konnten.

Den Gefallenen wird der Name zurückgegeben und den Angehörigen ein Ort der Trauer geschaffenWalther Hermann
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