Dienen wie Stephanus
Pfarrer Süß: Nächstenliebe soll wieder modern werden

Traditionell gestaltet die "Liedertafel" Eschenbach die Gottesdienste am zweiten Weihnachtsfeiertag. Unser Bild zeigt den Chor mit Dirigentin Riita Michelson beim Auftritt im BRK-Seniorenzentrum, wo er jedes Jahr dankbare Zuhörer findet. Den Weihnachtsgottesdienst dort zelebrierte Ruhestandspfarrer Helmut Süß. Bild: do

Es war der Namenstag des heiligen Stephanus. Er war einer der sieben Diakone der christlichen Frühkirche, die auf Aufforderung der zwölf Apostel hin von der Gemeinde gewählt wurden, um das Wort des Heilands und Erlösers zu verkünden. Sein Dienen, seine Gnade und sein Mut zum Widerspruch in unruhigen Zeiten nahm Ruhestandspfarrer Helmut Süß am zweiten Weihnachtsfeiertag beim Gottesdienst im BRK-Seniorenheim zum Anlass, Vergleiche anzustellen.

Noch im Bann des Wunders der Heiligen Nacht stellte er das Dienen in den Vordergrund seiner Betrachtungen. Süß übersetzte das Wort "Diakon" mit "Diener" und übertrug die Vorbildfunktion des frühchristlichen Heiligen auf Personal und Hausgemeinschaft des Seniorenheimes. "Dienen ist in diesem Haus kein Fremdwort", lobte der Geistliche und fasste seinen Dank in die Hoffnung, dass die alte Mode der Nächstenliebe wieder modern werde.

Der Leitgedanke übertrug sich auch auf das Liedgut der "Liedertafel", die seit vielen Jahren am zweiten Weihnachtsfeiertag die Festmesse in der Stadtpfarrkirche St. Laurentius und anschließend im Seniorenheim musikalisch gestaltet. Die "Predigt" des Chores unter Leitung von Riita Michelson war nach dem Wunder der Heiligen Nacht geprägt von der Frohbotschaft der Liebe und des Friedens.

"Heilige Zeit, macht euch bereit" erklang ebenso wie "Engel auf den Feldern singen", ein Chorsatz von Kreischorleiter Richard Waldmann, "Singt, ihr heil'gen Himmelschöre", das Krippenlied "Still, still, still, weil's Kindlein schlafen will" und "Kommt herbei, ihr Engel alle".

"In dulci jubilo, nun singet und seid froh", jubilierten schließlich die 30 Sänger. "Ein himmlisches Jubeln", wie Pfarrer Helmut Süß anmerkte: "Da singen halbe Engel wie die Engel." Das anregende musikalische Erlebnis mit "zweistündigem Stehvermögen" endete in runder und voluminöser Klangschönheit mit der berührenden Kunde "Im Dorf, da geht die Glocke schon".
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