„Ein begnadeter Tag“
Vinzenz Dachauer feiert 90. Geburtstag

Rosen für Vinzenz Dachauer: Zum Auftakt der großen Feier zu seinem 90. Geburtstag empfingen die Garden der Faschingsgesellschaft den Jubilar und dessen Ehefrau Christa sowie die Festgäste Spalier stehend vor der Markus-Gottwalt-Schule. Bilder: rn (2)
 
Ein etwas kleinerer Korb mit einem etwas größeren Kuvert waren die Geschenke des Stadtverbands, die Vorsitzender Dieter Kies (rechts) und sein Stellvertreter Michael König (links) dem langjährigen "Spitzenmann" Vinzenz Dachauer zum 90. Geburtstag überreichten.

Unternehmenslenker, Wirtschaftsanalyst und Förderer des Gesellschafts- und Kulturlebens in Eschenbach: Vinzenz Dachauer steht seit Jahrzehnten in der Öffentlichkeit. Und mit ihr - konkret Vereins- und Stadtvertretern sowie Freunden und Bekannten - feierte er auch seinen 90. Geburtstag. Die Aula der Markus-Gottwalt-Schule war für dieses gesellschaftliche Ereignis fast zu klein.

Es war ein zum Teil farbenprächtiges Geschehen, das schon vor dem Gebäude seinen Anfang nahm. Die Stadtkapelle gratulierte dem Jubilar mit einem schwungvollen Ständchen, und den Weg zur Aula flankierten die schmucken Garden der Faschingsgesellschaft, an deren Gründung Dachauer mitgewirkt hatte. Nach einem langen Gratulantendefilee hieß Bürgermeister Peter Lehr Stadträte, die Träger der Bürgermedaille, Vereinsvertreter, die "Stodtbergcombo" und viele von Dachauer geladene Freunde und gute Bekannte willkommen.

Vielfältige Verdienste


In seiner Laudatio unternahm Lehr unter anderem einen kurzen historischen Streifzug durch Sattelbogen im Bayerischen Wald - der Geburtsort Dachauers war einst Stammsitz eines der mächtigsten, einflussreichsten und angesehensten Rittergeschlechter des Bayerischen Waldes. Dann skizzierte der Bürgermeister die Vita des Jubilars und dessen vielfältige Verdienste um das Gemeinwesen, beispielsweise in zwölf Jahren als Stadtrat, acht Jahren als Aufsichtsratsvorsitzender der Raiffeisenbank, als langjähriger Vorsitzender des Elternbeirats des Gymnasiums und 40 Jahren als Mitglied des Rotaryclubs Auerbach.

Letzterer hatte auf Initiative seiner Eschenbacher Mitglieder der Rußweiherstadt am 27. Mai 1979 den Rotary-Brunnen geschenkt. Die Übergabe war zugleich der Startschuss für die Bürgerfeste. "Als Erinnerung an die Zeit, die du für die Stadt Eschenbach geopfert hast", übergab Lehr mit seinen beiden Stellvertretern Karl Lorenz und Klaus Lehl als symbolisches Geschenk eine Uhr, deren Zifferblatt das Rathaus zeigt.

Aus dem Buch mit dem provokanten Titel "Altwerden ist nichts für Feiglinge" von Schauspieler Blacky Fuchsberger entlehnte Dieter Kies die Aussage, "dass wir Alten so eine Art GPS für die Jugend sind". Und der Nachfolger Dachauers an der Spitze des Stadtverbands resümierte: "Junge Menschen brauchen auf der großen Weltkarte des Lebens zuverlässige Koordinaten." Der Jubilar habe mit seinen Denkanstößen und Initiativen Enormes geleistet, bescheinigte Kies und appellierte an ihn, seine Lebenserinnerungen niederzuschreiben. Im Namen der Eschenbacher Vereine übergab er einen Geschenkkorb und das "obligatorische Kuvert".

Jagdhornbläser gratulieren


"Ein begnadeter und ereignisreicher Tag neigt sich zu Ende", wandte sich Vinzenz Dachauer in seinen Dankesworten an die Festversammlung. Er wünschte der Stadt eine gedeihliche Weiterentwicklung und rief seine Zuhörer dazu auf: "Es gibt auch weiter viel zu tun, packen wir es an."

Dem Eintrag des Jubilars und seiner Familie in das Goldene Buch der Stadt folgten alle Festgäste. Mit Hornsignalen gratulierten dann die Jagdhornbläser dem langjährigen aktiven Jäger. Nach einem reichhaltigen warmen Büfett spielte die "Stodtbergcombo" weiter auf und animierte Vinzenz und Christa Dachauer mit "Spanish Eyes" und "Roter Mohn" zu einem mit viel Applaus bedachten Ehrentanz.

"Gesellschaftlich ein großer Glücksfall""Für dich macht die Stadt heut auf ein Riesenfass. Dabei, Vinzenz, bist du das Trumpf-Ass." So tönte es am Dienstag durch die Aula der Markus-Gottwalt-Schule. Heiner Kohl und die "Stodtbergcombo" begleiteten die Feier zum 90. Geburtstag von Ehrenbürger Vinzenz Dachauer mit verbalen und musikalischen Leckerbissen.

In Kohls Begrüßungsgedicht war vom "Fest der Feste" die Rede: "Von allen diesen Weggenossen wirst du, Vinzenz, fest begossen ... wollen mit den Festlichkeiten dich ins neu' Jahrzehnt begleiten." Dann blickte er ins Jahr 2516, als der Hausmeister auf dem Dachboden des Rathauses eine angestaubte Büste mit der Signatur "Dem Vinzenz Dachauer zum 100. Geburtstag gewidmet" entdeckt. Neugierige Sekretärinnen forschen nach und finden tatsächlich im Archiv vergilbte Blätter über den 90. Geburtstag. Was auf ihnen stand, hörten die Gratulanten live.

Die Lobeshymnen der "Anstands- und Amtsgratulanten" Bürgermeister und Stadtverbandsvorsitzender nannte Kohl "nur schöne Worte": "Nur wir Musikanten" können "als wahre Interpreten deiner Lebenslust ... dein Lebensgefühl beschreiben". Er bescheinigte dem 90-Jährigen, mit wachen Augen nach dem Motto "Jetzt pressiert scho' glei' gar nix" in die Gegenwart zu blicken. "Also du, Vinzenz, hast die Lebenslust nicht verloren", lautete die Quintessenz. Der einzige Tribut an das Alter sei, dass Dachauer in der Kirche andächtiger "Näher, mein Gott, zu Dir" singe.

Nach der Melodie "Du hast so wunderschöne blaue Augen" besang die "Stodtbergcombo" Stationen der Vita Dachauers und resümierte: "Gesellschaftlich war er ein großer Glücksfall." Mit Blick auf Ehefrau Christa hatten sie auch noch eine "Ode an die Liebe" getextet, in deren Refrain es unter anderem heißt: "Du bist die Frau, die mich am Leben hält." (rn)
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