Ein fußballbegeistertes Paar
Annemarie und Ludwig Schreml feiern goldene Hochzeit - Beide als Schiedsrichter aktiv

Temperamentvoll wie eh und je: Annemarie und Ludwig Schreml feierten ihre goldene Hochzeit dem Anlass entsprechend. Zu den vielen Gratulanten gehörten zweiter Bürgermeister Karl Lorenz (Zweiter von rechts) und Stadtpfarrer Thomas Jeschner (links). Mit im Bild Tochter Simone Schreml (rechts). Bild: do

An ihrem Hochzeitstag strahlte die Sonne, wissen Annemarie und Ludwig Schreml noch heute. Es war ein gutes Omen: 50 Jahre währt ihre Ehe schon. Im Bilderalbum vom Hochzeitstag, das das Paar sorgfältig hütet, ist eine Schülermannschaft des SC Eschenbach beim Spalierstehen zu sehen und der Brieftaubenverein "Gute Heimkehr" lässt gurrendes Federvieh in den blauen Himmel steigen.

Himmelblau war für Annemarie und Ludwig Schreml der Horizont aber nicht immer. Dennoch blickte das Jubelpaar am Tag seiner goldenen Hochzeit zufrieden und glücklich auf 50 Ehejahre zurück. "Es war ein Glücksfall für beide", stellte der Ehemann schmunzelnd fest.

Das Glück bescherte dem "Luk" und seiner Annemarie, geborene Felbinger aus Grafenwöhr, drei Töchter. Zur goldenen Hochzeit "jubilierten" Martina, Simone und Isabell mit ihren Eltern mit, und auch die Enkelinnen Antonia und Klara freuten sich mit Oma und Opa.

Fasziniert von Courage


Die "Obrigkeit" gratulierte ebenfalls. Die Stadt vertrat zweiter Bürgermeister Karl Lorenz, Stadtpfarrer Thomas Jeschner übermittelte die Glückwünsche für die Pfarrgemeinde. Dass die Schremls mitten im Leben stehen und noch nach 50 Ehejahren auf Trab sind, davon überzeugten sich viele weitere Gratulanten. Kennengelernt hatte sich das Paar - wie könnte es anders sein - bei einem Schiedsrichtertreffen. "Sie" platzte zufällig in eine Schiedsrichterversammlung, "er" war sofort von dem couragierten Fräulein fasziniert. "Es hat sofort gefunkt", blickt Ludwig Schreml zurück. 1961 folgte die Hochzeit. Nach und nach wurde das Wohnquartier in der Rußweiherstadt zum "Drei-Mäderl-Haus".

Die Lebensgeschichten von Annemarie und Ludwig Schreml deuten auf abwechslungsreiche Zeiten hin. Der Ehemann ging nach der Schusterlehre viele Jahre als Schustergeselle nach Weiden und erhielt später als Hausmeister bei der Standortverwaltung der Bundeswehr in Grafenwöhr eine Lebensanstellung. Für Annemarie Schreml wurde das Schneidern zur Lieblingsbeschäftigung. Viele Jahre freute sich das Brautstudio Thea Reiser in Weiden über die qualifizierte Unterstützung.

Als Schiedsrichter aktiv


Großer Gemeinsinn prägte die Freizeit des Paares. Zeitweise war Annemarie Schreml Vorsitzende der Frauen-Union. Auch der Katholische Frauenbund freute sich über ihre Mitarbeit als stellvertretende Vorsitzende. Damit nicht genug: Schreml wurde Mitglied des Pfarrgemeinderats.

Sensationell war ihr sportlicher Einstieg. Als begeisterte Fußballanhängerin und von der Euphorie ihres Ehemannes getragen, wurde sie 1968 die erste weibliche Schiedsrichterin im Fußball-Kreis Weiden. "Die große Schiedsrichterkarriere verhinderte eine Schwangerschaft", verriet Ehemann Ludwig.

Im Gegensatz dazu verlief sein Schiedsrichter-Aufstieg in höhere Regionen recht steil. Noch heute ist für den "Luk" die Pfeiferei ein Gesundbrunnen, wie er zugibt. Auch die diversen Schafkopfrunden möchte er nicht missen. Jüngst, zum 80. Geburtstag, wurde Ludwig Schreml zum "Ehren-Oberpoker-Meister" ernannt, und die Walking-Gruppe zählt ihn zu den "lebenden Walking-Legenden".

Da lässt es Ehefrau Annemarie etwas ruhiger angehen. "Mein Steckenpferd ist der Altenclub", sagte sie. "Von mir aus könnte jede Woche ein Altennachmittag stattfinden." Den vielen Glückwünschen schließen sich auch die Oberpfalz Medien an.
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