Elf Jugendliche der Wirtschaftsschule absolvieren Ausbildung als Konfliktlotsen
Bei Streirigkeiten zur Stelle

Die Zertifikate bescheinigen es: Denise Kraus (vorne, von links), Karolina Justus, Lena Schmidt, Jennifer Edl und Violetta Belskaya sowie (hinten, von links) Philipp Weber, Noah Arnold, Phillip Härtl, Aurel Berlinski, Johannes Ritter und Daniel Böhm haben die erforderlichen Fähigkeiten erworben, um an der Wirtschaftsschule als Konfliktlotsen tätig zu sein. Unser Bild zeigt sie mit ihren Betreuerinnen (vorne, von rechts) Stefanie Mrosek und Elke Spitaler sowie (hinten, von rechts) stellvertretendem Schullei

"Ihr helft und entlastet uns und sorgt für ein gutes Schulklima", bescheinigte Studiendirektor Thomas Metzler den elf engagierten Schülern: Die bereits siebte Riege von Konfliktlotsen an der Wirtschaftsschule hat ihre Ausbildung beendet. Bei einer kleinen Feier händigte Diplom-Pädagogin Iris Kettel den Jugendlichen die Zertifikate aus.

In 30 Vollzeitstunden außerhalb des Schulbetriebs hatten diese die erforderlichen Fähigkeiten und Kompetenzen erworben, um Konflikte zwischen Schülern oder auch zwischen Schülern und Lehrern zu lösen. Thomas Metzler, der stellvertretende Schulleiter, dankte Walter Schnoy, dem Vorsitzenden des Fördervereins, für die finanzielle Unterstützung der Ausbildung.

Diplom-Pädagogin Iris Kettel zeigte sich beeindruckt vom Engagement der Schüler. Wochenenden zu opfern, um in kritischen Situationen für Mitschüler bereit zu sein, hielt sie in der heutigen Zeit für nicht selbstverständlich. "Ihr habt durchgehalten und könnt stolz auf das Erreichte sein", lobte die Dozentin ihre "Schüler". Sie verwies darauf, dass die Konfliktlotsen in schwierigen Situationen handlungsfähig sein müssen, um zu Lösungen beizutragen. Dazu brauche es Menschen, die wissen, "wie kann ich andere zu guten Lösungen führen". Gefordert seien ein leises Wirken und viele Gespräche. Kettel erinnerte daran, dass das System der Konfliktlotsen vor zehn Jahren aus dem Leitbild der Schule entstanden sei und durch den Schülerwechsel eine stete Erneuerung erfahre.

Mit einer Einlage wandten sich Elke Spitaler und Stefanie Mrosek, die Betreuerinnen der Konfliktlotsen an der Wirtschaftsschule, an die anwesenden Eltern. Es ging um die Frage: Was ist Gewalt? Die beiden Lehrerinnen verteilten Blätter mit Aufschriften wie "Jemand auslachen", "Aus Gaudi raufen", "Parkbank verschmieren" oder "Junge zerkratzt Autoscheiben". Die Mütter und Väter sollten die jeweilige Handlung einschätzen und bewerten. "Bei der Arbeit der Konfliktlotsen soll es weder Gewinner noch Verlierer geben", betonte Spitaler. Aufgabe der Lotsen sei es, mit viel Einfühlungsvermögen und Verständnis Gespräche zu führen, "damit am Ende alle zufrieden sind".

"Wir leisteten zum siebten Mal Ausbildungshilfe", erklärte Studiendirektor i.R. Walter Schnoy. Der ehemalige Schulleiter zeigte sich überzeugt, dass diese der Schule viel bringe. Den Jugendlichen wünschte er eine "gute Hand", denn: "Jetzt kommt die tägliche Arbeit mit harten Nüssen." Er war sich sicher, dass das Zertifikat bei der Bewerbung am Ausbildungsmarkt eine Rolle spiele.

Auf die Geschichte der Konfliktlotsen blickte Annegret Kennel, die Vorsitzende des Elternbeirats. Sie verglich deren Tätigkeit mit der von Schiffslotsen und sprach von Klippen der Kommunikation, bei denen die Schüler als "Vermittler zwischen Parteien" tätig werden. Kennel wünschte den neuen Konfliktlotsen "ein richtiges Wort, Geduld und Verständnis".

Nicht zuletzt ergriffen Sprecher der Schüler das Wort und beantworteten die Frage "Was wäre ohne uns?". Sie sahen nicht im Konflikt das Problem, sondern in der Art und Weise, wie damit umgegangen wird. Zudem schilderten sie die Ausbildungsinhalte.

Das sind die ElfAls neue Konfliktlotsen sind an der Wirtschaftsschule tätig: Noah Arnold, Violetta Belskaya, Aurel Berlinski, Daniel Böhm, Jennifer Edl, Phillip Härtl, Karolina Justus, Denise Kraus, Johannes Ritter, Lena Schmidt und Philipp Weber (rn)
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