Eschenbacher Bienenzüchter ernennen Ludwig Johann Krapf zum Ehrenvorsitzenden
"Ein Glücksgriff für den Imkerverein"

Für seine 30-jährige ununterbrochene Tätigkeit als Vorsitzender des Imkervereins Eschenbach (1985 bis 2015) erhielt Hans Krapf (rechts) aus den Händen seines Nachfolgers Anton Schönberger in "Würdigung seiner Verdienste um die Imkerei" Anstecknadel und Ehrenurkunde des Bayerischen Imkerbundes. Bild: gpa

Viele große und kleine Urkunden schmücken sein Wohnzimmer: Schon viele Auszeichnungen hat Ludwig Johann Krapf während seiner jahrelangen Tätigkeit für den Eschenbacher Imkerverein erhalten. Die Ernennung zu dessen Ehrenvorsitzenden ist für ihn jedoch die Krönung seiner Laufbahn als Bienenzüchter.

Bei der Generalversammlung war, nachdem Hans Krapf aufgrund seiner gesundheitlichen Probleme seinen Rücktritt als Vorsitzender erklärt hatte, ein neuer Vorstand gewählt worden. "Alle anwesenden Mitglieder hatten den Wunsch, den Hans für seine großartigen Leistungen zum Ehrenvorsitzenden zu ernennen", sagte sein Nachfolger Anton Schönberger zu Beginn der Laudatio in der Frühjahrsversammlung (wir berichteten).

"Der Ludwig - bei uns im Verein heißt er nach seinem zweiten Taufnamen nur 'Hans' - wurde nach dem Tod von Georg Feldkirchner am 23. November 1980 zum Vorsitzenden gewählt und war somit 35 Jahre im Amt", blickte sein Nachfolger zurück. "Seine Wahl war ein Glücksgriff für den Imkerverein; all die Jahre lebte unser Hans 365 Tage im Jahr für die Bienen und den Verein. Nichts war ihm zu viel; der Ruf seiner Mitglieder war ihm ein Anliegen. Diese Zeit war eine stete positive Entwicklung, in die im März 1985 auch die Übernahme des damals noch selbstständigen Ortsvereins Grafenwöhr fiel."

Nachdem im Juli 1989 der Imkerverein in Zusammenarbeit mit dem bereits verstorbenen Kassier Reinhold Decker eine neue Satzung erarbeitet hatte, war der Weg frei für den Kauf eines Grundstücks: Noch im Herbst 1989 wurde mit dem Bau des Lehrbienenstands begonnen und bereits am 27. Mai 1990 weihte Stadtpfarrer Andreas Uschold beim Imkerfest den Bau ein. Schönberger erinnerte auch daran, dass "der Hans" im Sommer für Gemütlichkeit und Gespräche am "Drohnenplatz" sorgte, was zu einem samstäglichen Ritual wurde und weiterhin gepflegt wird. "Auch unser alljährliches Imkerfest am Vatertag hat er ins Leben gerufen, ohne das wir nicht in dieser Form existieren könnten."

Alle Leistungen von Hans Krapf für den Imkerverein aufzuzählen, sei nicht möglich, betonte der Laudator und wies darauf hin, dass selbstverständlich alle Weggefährten und Mitglieder an dieser positiven Entwicklung beteiligt gewesen seien. Bevor er seinen Vorgänger offiziell zum Ehrenvorsitzenden ernannte, ihm die Urkunde überreichte und die Ehrennadel ansteckte, gab es gute Wünsche für die Zukunft.

Viele Gleichgesinnte


Diese verband er mit der Hoffnung, dass der neue Ehrenvorsitzende den Verein unterstützen und weiterhin an den Zusammenkünften teilnehmen möge. "Einen Imkerverein Eschenbach ohne Hans Krapf wird es und kann es auch nicht geben", sagte Schönberger unter dem Beifall aller Mitglieder.

Hans Krapf bedankte sich für die Ehrung, stellte aber gleichzeitig heraus, dass viele Gleichgesinnte mitgeholfen haben und ihm dadurch seine Arbeit im Verein immer viel Spaß gemacht habe. Dabei erinnerte er an manch brenzlige Situationen sowie an die Anfänge des Honigverkaufs. Er habe aber immer Helfer gehabt, auf die Verlass gewesen sei. Den Imkern wünschte er alles Gute, auch guten Zusammenhalt.

Slowenische Imker reihen sich mit Auszeichnung einDer 82-jährige Hans Krapf ist ein Naturliebhaber und begeisterter Jäger. 1971 gründete er in Münchsreuth den "Stammtisch zur Erhaltung der Brauchtumspflege", dem er viele Jahre vorstand.

1975 wurde er Mitglied und fünf Jahre später Vorsitzender des Imkervereins Eschenbach - ein Amt, das er bis 2015 bekleidete. Für seine Verdienste um den Bau des Lehrbienenstands zeichnete ihn der Bayerische Imkerbund 2003 mit der goldenen Verdienstmedaille aus.

2005 entstanden auf seine Initiative hin freundschaftliche Beziehungen zu den Imkern im slowenischen Zagorje ob Savi, die zu einem Partnerschaftsvertrag führten, dem sich die Bienenzüchter aus Bleiburg in Österreich anschlossen. Weitere Auszeichnungen: 2006 Zandermedaille in Bronze (Bayerischer Imkerbund), 2009 Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten und "Anton-Janse-Medaille" (zweithöchste Auszeichnung des Slowenischen Imkerverbands).

Ab 1994 war Hans Krapf Vorsitzender des Imker-Kreisverbands Weiden. Beim Bayerischen Imkertag 2012 in Weiden wurde ihm die Zandermedaille in Silber verliehen, im Juli 2013 folgte die Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland. (gpa)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.