Eschenbacher feiern Kirchweih
Kirwa ausgegraben

Leicht war es für die Burschen nicht, den Stamm in die Senkrechte zu hieven, aber pünktlich zum Glockengeläut war es dann soweit. Bild: rn

Mit kräftigen Rufen, der Band "Zu(t)dritt" und deftigen Schmankerln eröffnete der Kirwa-Verein am Samstag die Eschenbacher Kirchweih. 1538 hatte Weihbischof Johann zu Regensburg das Fest zum ersten Mal bewilligt.

Mit dem Einzug der Kirwamoidla und -boum auf den Marienplatz begann am späten Nachmittag unter Akkordeonbegleitung das Fest. Ziel war die Grünfläche an der Mariensäule. Im "Marschgepäck" hatte der Verein ein langes Schmuckstück, seinen Kirwabaum. Die Burschen verstanden es, ihn mit viel Hau-Ruck und obligatorischen Trink- und Stärkungspausen just bis zu dem Zeitpunkt in die Senkrechte zu bringen, als die Glocken von Sankt Laurentius zur Abendmesse riefen. Nach dem dreifachen Ruf "Wer hout Kirwa - mia hom Kirwa" folgte die übliche Nachfrage: "Und wos hom die anderen? - An Scheißdreg!".

Einen Meter tief begraben


An gleicher Stelle hatte der Verein bereits am Vorabend ein wichtiges Ritual vollzogen. Er erweckte die Kirchweih nach einjährigem Schlaf wieder zum Leben. In der Gestalt von zwei Flaschen Bier und einigen Klopfern hatte sie in einem Meter Tiefe geruht. In der Halle des alten Feuerwehrhauses schloss sich die Auferstehungsfeier an. In die gleiche Halle verlagerte sich nach einem kurzen Pilgerzug mit Bürgermeister Peter Lehr und Stadtverbandsvorsitzenden Dieter Kies auch das Fest am Samstag.

"Auf eine friedliche Kirwa"


Über der Bühne prangte die Aufschrift "Kirchweih 2016", die Wände zierte frisches Birkengrün, und unter der Decke schwangen sich breite Stoffbahnen in den Farben Weiß und Blau. Der Vereinsvorsitzende Sebastian Wohlrab hieß neben den Vertretern von Stadt und Stadtverband nahezu die Hälfte des Stadtrats und knapp zehn Vereinsdelegationen willkommen.

Die Anwesenheit der Stadträte nutzte er dazu, an die Notwendigkeit einer Stadt- oder Festhalle zu erinnern. Der "Sebi" schlüpfte gar in die Gestalt des Münchener Oberbürgermeisters, als er dem Kirwa-Volk zurief: "Auf eine friedliche Kirwa!" Großer Andrang herrschte bereits am Verpflegungsstand. Schweinebraten, Krenfleisch und Brotzeiten förderten die Kirchweihstimmung. Für Unterhaltung sorgten bis nach Mitternacht die drei Musiker von "Zu(t)dritt". Lautstark ertönten in der Halle Anheizer wie das Fliegerlied, der Haberfeldtreiber oder "FC Bayern Deutscher Meister".

Erfolg hatte der Aufruf "Alle laut und kräftig mitsingen" zu "Ich will nur z'ruck zu dir!". Die Steigerung zu "Das ist Wahnsinn - Hölle, Hölle, Hölle" hatte keine erkennbaren Folgen. Denn am nächsten Morgen zogen die feschen Boum und Moidla, angeführt von der Stadtkapelle, zum Festgottesdienst in die Pfarrkirche.
Weitere Beiträge zu den Themen: Kirwa (250)Eschenbach (13379)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.