Eschenbachs Stadträte diskutieren über eine mögliche Offene Ganztagsschule
Schule unter der Schule

Hausmeister Udo Drechsler (rechts) führte die Stadträte durch die Unterwelt der Schulturnhalle. Die Spuren ehemaliger Werkräume sind unübersehbar. Bild: rn

"Wir sind von der Notwendigkeit einer Offenen Ganztagsschule überzeugt und sehen in deren Einrichtung eine zukunftsorientierte Maßnahme." Mit dieser Aussage von SPD-Fraktionssprecher Fritz Betzl begann ein Rundgang von SPD- und FW-Stadträten durch die Markus-Gottwalt-Schule (MGS).

Bayernweit können sich ab dem Schuljahr 2016/2017 ausgewählte und ab dem Schuljahr 2017/2018 alle staatlichen Schulen als Offene Ganztagsschule (OGTS) erste bis vierte Klasse bewerben. Hierzu hat das Kultusministerium auf seiner Homepage eine Broschüre "Offene Ganztagsangebote" bereitgestellt. Die Fraktionen der SPD und der FW haben diese ausgewertet und Bürgermeister Peter Lehr um eine Ortsbesichtigung gebeten.

"Zur Betreuung der Schulkinder von der ersten bis vierten Klasse eignen sich grundsätzlich die OGTS, die Mittagsbetreuung und ein Hort", erklärte der Bürgermeister. Zu der bisher schon realisierten und gebührenpflichtigen Mittagsbetreuung nannte er monatliche Kosten von 25 Euro für die "verkürzte Gruppe" und von 39 Euro für die "lange Gruppe". Die OGTS könne die Mittagsbetreuung ersetzen. Der Unterschied bestehe darin, dass die Eltern nur noch fürs Mittagessen bezahlen. "Zusätzlich bietet die OGTS die Möglichkeit, über die Vier-Tage-Regelung hinaus an weiteren Tagen und in den Ferien Betreuung anzubieten", so Lehr.

Auf die Frage nach den bisherigen Kosten nannte er 5500 Euro pro Gruppe und Schuljahr. Derzeit befinden sich an der MGS in der Mittagsbetreuung 46 Kinder in drei Gruppen. Als Kooperationspartner nannte Lehr die "Gesellschaft zur Förderung beruflicher und sozialer Integration (gfi)". Er informierte über einen Vertrag zwischen der Regierung der Oberpfalz und der gfi, die für die Mittagsbetreuung auch das Personal stellt. Ergänzend erwähnte er, dass beim Betrieb eines Horts die Kommune das Personal anstellen, bezahlen und im Falle von Krankheit, Urlaub oder Schwangerschaft für Vertretung sorgen muss. Dafür erhalte sie Zuschüsse.

Der Rundgang führte zur Mittagsbetreuung, für die die ehemalige Hausmeisterwohnung und ein Klassenzimmer zur Verfügung stehen. Hausmeister Udo Drechsler wertete diese räumlichen Verhältnisse als "nicht optimal". Da eine Mensa für die OGTS vorgeschrieben ist, hielt der Bürgermeister Umbaumaßnahmen für unumgänglich. Als mögliche Variante schlug er vor: "Um die OGTS auf neue Beine zu stellen, könnten die Räume unter der Schulturnhalle umgebaut werden." Er geht dafür von 50 Prozent Zuschuss aus.

Beim Gang durch die Turnhallen-Unterwelt, die vor Jahren als Werkstätte, Unterrichts- und Werkraum genutzt wurde, stellte Drechsler die Räume vor und zeigte Umbaumöglichkeiten. Vorteilhaft sei der eigene Zugang. Da eine OGTS in einer Schule anzusiedeln ist, zeigten sich die Stadträte davon überzeugt, dass die Unterbringung unter der Turnhalle "wirtschaftlich interessant ist".
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