Faschingsgesellschaft übernimmt mit Rathaussturm die Amtsgewalt
Die Narren sind zurück

Angeführt von Zeremonienmeister Markus Eisner bewegte sich am Sonntag pünktlich um 11.11 Uhr ein buntes und lustiges Völkchen dem Rathaus zu. Aus organisatorischen Gründen hatte die Eschenbacher Faschingsgesellschaft den Faschingsbeginn um fünf Tage vorverlegt.
 
Seit Sonntag ist die Stadt in närrischer Hand. Mit der Übergabe des goldenen Rathausschlüssels durch Bürgermeister Peter Lehr (rechts) regiert bis zum Aschermittwoch das Prinzenpaar Marina und Florian. Zeuge der Zeremonie war unter anderem Harald Wohlrab, der Präsident der Faschingsgesellschaft (Zweiter von rechts). Bilder: do (2)

Es war auf die Minute genau: Pünktlich um 11.11 Uhr brach am Sonntag in Eschenbach der Faschingsfrohsinn aus. Die Wochentagsregie wollte es, dass Jubel, Trubel und Heiterkeit schon fünf Tage vor dem 11. 11. begannen. Das bedeutet einen noch längeren Ausnahmezustand für die Rußweiherstadt. Ab sofort hat laut Faschingsgesellschaft jedermann mit "Eschenbach - Helau" zu grüßen.

Den dunklen Regenwolken zum Trotz setzte das Narrenkomitee mit Unterstützung seiner temperamentvollen Garden zum spektakulären Rathaussturm an. Aus war's damit für den Bürgermeister und seine Mannschaft.

Dem Ultimatum des Prinzenpaares zur Übergabe der Stadtkasse kam Peter Lehr gelassen nach. Mit einer leeren Geldkassette demonstrierte der Rathauschef die Ebbe im Stadtsäckel. Geschuldet sei dies der lockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank, erläuterte er. Um der gänzlichen Entmachtung zu entgehen, verzichtete er mit der Übergabe des goldenen Rathausschlüssels auch auf alle Amtsgewalten. Ab sofort herrschen mit lockerer Hand die Tollitäten Marina und Florian.

Bis Aschermittwoch gelten nun andere Gesetze in der Stadt. Eine neue Wirtshauskultur solle Feiermöglichkeiten schaffen, Radarkontrollen werde es nicht mehr geben, die Polizei solle "Spätheimkehrern" helfen statt sie zu kontrollieren, das Rußweiher-Freibad solle Festmeile werden, und: Ein kostenloser Bratwurststand befriedige die Hungrigen, Steuerbefreiungen schöben ein Konjunkturprogramm an. Das verkündeten die Narren als Sofortmaßnahmen für die darbende Bevölkerung.

Begonnen hatte der Rathaussturm mit einem farbenfrohen Spektakel: Begleitet von fetzigen Rhythmen der Stadtkapelle bewegte sich ein lustiges Völkchen über den Karlsplatz dem Rathaus zu. Angeführt von Zeremonienmeister Markus Eißner bezauberten Mini-, Krümel-, Jugend- und Prinzengarde in ihrem feschen Kostüm. Zu den vielen Farbtupfern trugen auch die "Lady-Kracher" und die "Rußweiber" bei.

Prinzenpaare in Sänften


Teile des Elferrats und des Männerballetts mussten allerdings Schwerstarbeit verrichten: Ähnlich den Auftritten antiker Volkstribune schleppten sie schnaufend an den roten und blauen Sänften, aus denen majestätisch das Prinzenpaar Marina I. und Florian I. sowie das Kinderprinzenpaar Clara I. und Valentino I. dem jubelnden Volke zuwinkten.

Auf der Rathaustreppe und dem Vorplatz Aufstellung nehmend boten die vielen Gruppen eine farbenprächtige Kulisse. Dann war die Zeit von "Inspirator" Reinhard Gebhardt gegeben. Wortgewaltig und begleitet von dreifachen, kräftigen "Eschenbach-Helau"-Rufen stellte er die Akteure vor. Gebhardt würdigte die bezaubernden Mädels der Garden mit ihren Trainerinnen Martina Schmidt, Rosi Wohlrab, Susan Hempel, Tanja Höllerl, Andrea Schecklmann, Evelyn und Janina Hartmann sowie Gardebeauftragter Sandra Mandanici. Nach der Begrüßung von Präsident Harald Wohlrab und Alterspräsident Vinzenz Dachauer jubelten die Narren ihren Prinzenpaaren zu.

"Giganten" messen sich


Ungeduldig warteten sie auf die Übernahme der Gewalt. Aber die Übergabe des Rathausschlüssels zog sich hin: In einer Spielerunde kam es zu einer Begegnung der "Giganten". Bürgermeister Peter Lehr und einige Ratsherren duellierten sich mit Vertretern des Elferrats. Die Teams brüteten über Mathematik-Aufgaben, übten das Maß-Trinken und standen sich beim Kräfte-Messen gegenüber.

Dann kam es endlich zum großen Moment der Regierungsübernahme. Nach einer Kurzvorstellung des Prinzenpaares durch die närrische Frohnatur Elisabeth Eißner überreichte Bürgermeister Peter Lehr den goldenen Rathausschlüssel. Damit regiert ab sofort die Narretei. Alle Sperrzeiten sind aufgehoben, der Bürgermeister befindet sich in Zwangsurlaub. Die närrische Machtübernahme setzte sich im Rohrer-Saal fort. Dort gab es ein buntes Tanzprogramm der Garden und viele Orden.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.