Ferienzeit ist Lernzeit

Es gibt sie tatsächlich - Schüler, die sich freiwillig melden. Und das auch noch in den Ferien. Bild: hfz

Freiwillig in den Sommerferien die Schule besuchen - wo gibt es denn das? Gemeint sind nicht einzelne Schüler, die zufällig an der Schule vorbeilaufen. Am Gymnasium Eschenbach sind bereits in der letzten Ferienwoche viele Klassenzimmer von fleißigen Schülern und jungen "Lehrern" besetzt.

"Aufwärmtraining" nennt sich dieses Angebot. Gemeint ist damit eine freiwillige Lernwoche in den Ferien, die täglich von 8.15 bis 13.15 Uhr stattfindet. Die Schüler können wählen zwischen verschiedenen Fächern. Gefragt waren vorrangig die Fremdsprachen Englisch, Latein, Französisch, aber auch die Naturwissenschaften wie Mathematik und Physik. Auch Deutsch sowie Wirtschaft- und Rechtslehre wollten viele wiederholen.

Bekanntes Angebot


Die Art und Anzahl der Kurse und die Stundenzahl - ob zwei oder drei Doppelstunden - bestimmen die Schüler und deren Eltern. Geleitet werden die Kurse von älteren Schülern aus der neunten bis elften Jahrgangsstufe. So werden Vokabeln und Grammatik wiederholt, Mathe - und Physikaufgaben gerechnet oder Texte geschrieben.

Für viele Schüler und Trainer ist das Angebot nicht mehr neu und sie waren bereits mehrfach dabei. Gut vertreten war in diesem Jahr die fünfte Jahrgangsstufe, bei der sich Freunde sogar gemeinsam für die Lernwoche angemeldet haben. Aber auch viele Sechst- und Achtklässler waren dabei. Insgesamt machten etwa 80 Kinder und Jugendliche mit. Das sind über 10 Prozent der 765 Gmynasiasten.

Warum geht man nun freiwillig in den Ferien in die Schule? In den Sommerferien zu lernen, zu wiederholen oder sich auf Kommendes vorzubereiten, sind Vorsätze, die sicher jeder aus seiner eigenen Schulzeit kennt. Durch die Anmeldung für die Lernwoche bleibt es nicht bei den guten Vorsätzen, sondern diese werden in die Tat umgesetzt. "Alleine hätte ich mich sicher nicht um 8 Uhr hingesetzt und Latein wiederholt", gibt ein Schüler ehrlich zu.

Gemeinsam stark


Zwei Fünftklässler erzählen, dass sie sich gemeinsam angemeldet haben, das Aufwärmtraining besuchen und den Nachmittag zusammen verbringen. "In der Gruppe macht es einfach viel mehr Spaß, außerdem bekomme ich Arbeitsblätter, und wenn ich etwas nicht weiß, wird mir weitergeholfen", meint ein Schüler aus der 6. Klasse.

Umgekehrt sehen auch die Großen - es waren 38 an der Zahl - Vorteile für sich durch die Gestaltung des Aufwärmtrainings. Viele haben sich noch vor den Ferien die Schulbücher für ihre Jahrgangsstufe ausgeliehen und den Unterrichtsstoff für sich selbst wiederholt. Man wechselt für zwei oder drei Doppelstunden in die Rolle des Lehrers, beschäftigt sich mit dem Stoff, bereitet Unterricht vor und überlegt sich Übungsaufgaben. Manch einer entdeckt auf diese Weise berufliche Perspektiven oder bietet auch im kommenden Schuljahr Nachhilfe an.

Es entstehen Kontakte zwischen den Großen und den jüngeren Schülern. Und wenn es während des Schuljahres einmal Probleme gibt, kennen die Jüngeren neben dem Lehrer einen Ansprechpartner, der etwas noch einmal erklären kann. In diesem Schuljahr kamen fast 45 Kurse zusammen. Dass dieses Angebot von den Eltern sehr geschätzt wird, zeigen die jährlich steigenden Anmeldezahlen.

Gut organisiert


Deshalb hat sich auch der Elternbeirat wieder bereiterklärt, das Aufwärmtraining finanziell zu unterstützen, so dass die Trainer für ihren Einsatz eine Aufwandsentschädigung erhalten. Schulleiter Dr. Knut Thielsen dankte dem Elternbeiratsvorsitzenden Reinhard Scharf für die Förderung und Studiendirektorin Isabella Beyer für die Organisation und für das Angebot
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