"Fetter Dienstag" ist Kult
Netzaberg Elementary School feiert "Mardi Gras"

Bürgermeister Peter Lehr und Schulleiterin Vanessa Färber. Bilder: rn (2)

Fasching allerorten, auch in Eschenbachs höchstgelegenem Ortsteil Netza- berg. Die Elementary School (NES) dort feierte "Mardi Gras". Mit dabei: Bürgermeister Peter Lehr. Binationale Begegnungen zwischen Eschenbacher und Netzaberger Schulen gehören seit Jahren zum Schulalltag.

Zum Besuch der "Mardi-Gras-Parade" war erneut der "Mayor" der Stadt geladen. Die Feier von "Mardi Gras", des "fetten Dienstags", hat vor allem in den Südstaaten der USA Kulturstatus. Dem NES-Lehrer David Simm, er stammt aus New Orleans, ist die Pflege der heimatlichen Faschingsbräuche ein Herzensanliegen. Auf seine Initiative als "Präsident" und Zeremonienmeister geht seit einigen Jahren die spektakuläre Mardi-Gras-Veranstaltung an der Schule zurück.

Mit Schulleiterin Vanessa Färber hieß er vor nahezu 800 Schülern und einem Teil der Eltern den Gast Lehr willkommen. Färber kündigte eine "great parade" an und versicherte, dass in der Vorbereitung dazu alle Klassen ihr Bestes gegeben hatten. Simm stellte das Mardi-Gras-Zepter in den Farben Grün, Violett und Gold vor und übergab es seiner Schulleiterin mit der Bitte, damit die Parade anzuführen und wünschte den Schülern "Good Luck!". Die Middle-School-Band wies unter der Leitung von Mr. Lotspeich den 34 Klassen den Weg um das weitläufige Schulgelände. Für die diesjährige Parade war das Thema "Amerika, ein Schmelztiegel und Einwanderungsland". Die Klassen gestalteten dazu Themen wie "Saluting the Irish Immigrants", "Flags of the World", "The important Contributions of Our African Americans" oder "The Statue of Liberty and Her Welcoming Arms to Immigrants". Ein Willkommen galt auch deutschen und mexikanischen Einwanderern, jenen, die das Eisenbahnnetz gebaut haben und den vielen "Famous Immigrants of America".

Sie trugen Tafeln mit den Bildnissen dieser bedeutenden Einwanderer: eine Hälfte war Fotografie, die andere durch eigenes kreatives Malen ergänzt. Jede Klasse kündigte auf großen Tafeln oder Transparenten ihr Thema an und präsentierte sich mit passenden Kleidungsstücken oder landestypischen Motiven.

"Auch unsere Schule ist ein Schmelztiegel", betonte Deutschlehrerin Manuela Bergosh. Sie sprach von Kindern mit Migrationshintergrund aus mehr als 20 Nationen wie Deutschland, Großbritannien, Guam, Italien, Japan, Kroatien, den Philippinen oder der Slowakei. Jede Klasse habe sich intensiv mit ihrem Thema befasst. Ihre Aufgabe und die ihrer Kollegin Sonja Foxworthy sei es gewesen, den amerikanischen Schülern deutsche Faschingstraditionen näher zu bringen.

Wie Bergosh erklärte, wollen die Verantwortlichen mit der Faschingsparade auch erreichen, dass den Mädchen und Buben der deutsche Fasching als ein großes, gemeinsames Fest mit ausgelassener Stimmung und purer Lebensfreude, sowie als närrische Zeit in Erinnerung bleibt. Den Faschingszügen in den Wohngemeinden sprach sie hohen Erinnerungswert zu. Nach der Parade stand Bürgermeister Lehr amerikanischen Medien noch zu einem Interview zur Verfügung.
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