Fressfeind tötet Adlernachwuchs
Happy End bleibt aus

Die junge Adlerfamilie kurz nach dem Schlüpfen im Mai. Bild: hfz

Der Tierfilm begeisterte tausende - ein Happy End bot er nicht: Bereits vergangene Woche töteten Fressfeinde innerhalb weniger Tage zwei der drei jungen Fischadler im Horst überm Rußweiher. Weil eine Webcam das Geschehen aus dem Horst live ins Internet überträgt, waren die Tiere vielen Naturfreunden ans Herz gewachsen.

Nachts sendet die Kamera nicht, deshalb gibt es keine Aufzeichnungen von den Angriffen im Abstand von drei Tagen. Erst am jeweiligen nächsten Morgen übertrug die Kamera Bilder von Einzelteilen der jungen Vögel. "Einmal war es ein Raubvogel, ein Uhu oder ein Habicht", erklärt Förster Martin Gottsche. Dies lasse sich daran erkennen, dass der Angreifer seine Beute rupfte. Beim zweiten Mal komme zudem ein Waschbär als Angreifer in Frage.

Die Bilder der toten Tiere haben laut Gottsche teils heftige Reaktionen ausgelöst. "Wir haben viele Mails bekommen." Die Nutzer forderten, die Tierreste zu entfernen oder die Übertragung zu beenden. Auch er sei nicht glücklich über das Ende, vor allem weil die Tiere kurz davor standen, fliegen zu können, sagt Gottsche. "Zwei, drei Tage später hätten sie fliehen können. Aber so ist die Natur." Die Flucht gelang dem dritten Jungadler. Von ihm gab es zunächst keine Spur, inzwischen ist er an anderer Stelle gesichtet worden.

Abgesehen vom blutigen Ende zieht Gottsche eine positive Bilanz der Adler-Saison. Die Kamera sei mit 60 000 Zugriffen sehr gut angenommen worden. "Wir haben die Menschen für das Thema sensibilisiert." Derzeit führe er Gespräche mit der Uni Bayreuth. Ein Experte soll 2017 die Bilder auswerten. "Damit heben wir das Projekt auf eine neue Ebene." Glücklich stimmt Gottsche zudem, dass in einem weiteren Horst vier junge Adler überlebt haben. Ein Blick in den Horst lohne sich immer noch. Auch wenn er nicht mehr bewohnt ist, gibt es regelmäßig Adler zu sehen. Ein bekanntes Pärchen und ein unbekannter Fischadler seien immer wieder dort zu sehen. Das zeige, dass der Standort von den Tieren angenommen wird - hoffentlich auch im nächsten Jahr.

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Weitere Informationen:

http://eschenbach-opf.vg-eschenbach.de/freizeit-tourismus/adlerhorst
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