Frühjahrstagung des VdK-Ortsverbandes Eschenbach
"Weg mit den Barrieren"

"Suchen Sie in Ihrer Gemeinde nach Barrieren, die Behinderten eine gleichberechtigte Teilhabe am täglichen Leben verwehren!" Dazu forderte VdK-Kreisgeschäftsführer Sigi Bergmann die Teilnehmer an der Frühjahrstagung des VdK-Ortsverbandes auf.

"Barrierefreiheit ist ein Menschenrecht." Unter diesem Leitgedanken stand der Frühjahrstreff der Eschenbacher VdKler in der Freizeitanlage Rußweiher. Bergmann prangerte an, dass die Bundesrepublik bestehende Vorgaben zur Schaffung einer barrierefreien Gesellschaft oft nicht umsetzt, obwohl sie mit der Unterzeichnung der UN-Behindertenrechtskonvention dazu verpflichtet wäre. "In einigen Bereichen fehlen klare gesetzliche Regelungen sogar ganz. Das muss sich ändern", forderte Bergmann. Seinen Appell bezog er auf den gesamten öffentlichen Raum wie Straßen, Plätze und Grünflächen sowie auf öffentliche Gebäude.

Als aktuelle Forderung des Sozialverbandes an die Bundesregierung nannte er ein Investitionsprogramm von 800 Millionen Euro pro Jahr, zuzüglich ergänzender Programme in Ländern und Kommunen. Bergmann rief zu einer gemeinsamen Aktion aller Mitglieder auf und hatte dazu Unterstützungslisten mitgebracht.

Überzeugt zeigte sich der Geschäftsführer, dass es zum Erreichen einer barrierefreien Gesellschaft einheitlicher Vorgaben mit verbindlichen Fristen, Kontrollen und Sanktionen sowie einer entschiedenen Förderung durch den Bund bedarf. "Das alles zahlt sich aus und rechnet sich", versicherte er. Er begründete dies damit, dass nicht nur Menschen mit Behinderung davon profitieren, sondern auch Ältere, Kinder, Eltern und alle, die zeitweise in ihrer Mobilität eingeschränkt sind.

7,5 Millionen Behinderte


"Investitionen kurbeln die Wirtschaft an und sparen, allein durch die Vermeidung von Heimpflege, Sozialausgaben in Milliardenhöhe." Bergmann richtete seinen Blick auf die mehr als 7,5 Millionen Menschen, die deutschlandweit mit einer Schwerbehinderung leben, und auf weitere 17 Millionen Erwachsene, die dauerhaft in ihrem Alltag eingeschränkt sind. Jeder, der eine Barriere entdeckt, sollte sie auf www.weg-mit-den-barrieren.de eintragen.

Zusätzliche Informationen gab er zu den neuen Pflegestufen, die auf keinen Fall eine Verschlechterung für die Betroffenen bringen werden. Wegen der systembedingten Umstellungen empfahl er, bis August diesen Jahres keine Anträge zu stellen. Eine erfreuliche Nachricht hatte Bergmann für alle, die in bestehenden und neu gebauten Wohnräumen behindertengerechte Veränderungen vornehmen müssen: "Für bauliche Fragen stehen zwei ehrenamtliche Berater zur Verfügung, die auch Hinweise zu möglichen Fördermitteln geben."
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