Gymnasiasten entwickeln System für Wettbewerb
Chip schlägt Einbrecher in die Flucht

Maximilian Melzner aus Altensteinreuth und Lukas Heindl aus Menzlas (von links) nahmen in Mannheim einen mit 2000 Euro dotierten Preis entgegen. Die Eschenbacher Gymnasiasten haben ein System entwickelt, das Einbrecher in die Flucht schlägt. Bild: VDE

Kabel, Programmiersprache, Sensoren. Wochenlang tüfteln Lukas Heindl und Maximilian Melzner für einen Wettbewerb an ihrem Chip-basierten System, das Alarm schlägt und so Einbrecher abschreckt. Ausschlaggebend für die Idee: Eine Diebstahlserie in Sassenreuth.

Platz zwei für die Eschenbacher Gymnasiasten. Nach einer langen Geduldsprobe während der Entwicklung ihres Systems nahmen die beiden 17-Jährigen im November voller Stolz ihren mit 2000 Euro dotierten Preis in Mannheim entgegen (wir berichteten). Angefangen hatte alles mit einem Fragebogen im Informatik-Unterricht.

Lehrer Alexander Schatz wollte von seinen Schülern wissen, wer am Wettbewerb "Invent a Chip" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und des Technologieverbands VDE teilnehmen will. "Es waren eigentlich nur wir", erinnert sich Melzner aus Altensteinreuth. Der Informatiklehrer gab den Schülern einen Fragebogen. Von 20 naturwissenschaftlichen Fragen beantworteten Heindl und sein Kumpel 19 richtig. Den Papierbogen und erste Entwürfe eines Einbruchmelders schickten die Gymnasiasten, die die zwölfte Klasse besuchen, schließlich an den VDE.

Das System, das Heindl und Melzner dann entwickelten, erscheint für den Laien extrem komplex. Ein Magnet- und ein Vibrationssensor, Lichtschranken und ein Taster am Fenster verhindern, dass Einbrecher ins Haus kommen. "Der Chip erkennt so, ob das Fenster geöffnet oder geschlossen ist", erklärt Melzner. Sobald der Bewohner aus dem Haus geht, schaltet er die Alarmanlage mit einer Fernbedienung scharf. Macht sich dann ein Einbrecher an dem Fenster zu schaffen und versucht es aufzuhebeln, ertönt eine Sirene und Licht beginnt zu flackern. "Damit Nachbarn wissen, da stimmt etwas nicht", erklärt Lukas Heindl aus Menzlas. Er hatte die Idee für den Chip. "Bei uns in der Nähe, in Sassenreuth, waren mehrere Einbrüche in kurzer Zeit", erzählt er. Das hat den 17-Jährigen beschäftigt. Vor allem, weil die Oma, die nicht weit weg wohnt, seitdem Angst hat und nicht mehr so gut schlafen kann.

Eine Lösung musste her: Die Skizzen haben die Gymnasiasten mit vielen Kabeln, Sensoren und einem 3000 Zeilen langen Text in Programmiersprache umgesetzt. Das Wissen darüber hatten sie zuvor in einem Workshop in Hannover im Zuge des Wettbewerbs vertieft. Von rund 2600 Teilnehmern waren die Eschenbacher Schüler zusammen mit neun weiteren Teams dorthin eingeladen worden. Den Rest recherchierten sie auf eigene Faust im Internet. Von April bis Oktober tüftelten die Schüler an dem System. Heraus kam schließlich ein fertiger Einbruchsmelder. Doch es gab zwischendurch Probleme. "Am Schluss hat es anders ausgesehen, als geplant. Wir mussten eine neue Lösung suchen", erzählt Melzner.

Auf einer Messe in Mannheim stellten Heindl und er den Chip vor. Es gab viel Lob dafür. Aber auch ein bisschen Kritik. Ein Firmenvertreter habe bemängelt, dass das Gerät auf Kabeln basiert. Funk wäre besser geeignet gewesen. Die Oberpfälzer wollten ihr System aber genau so, wie es jetzt ist. "Funk kann man stören", erklärt Heindl. "Wenn doch mal ein Kabel ausfällt, haben wir noch weitere Absicherungen."

Ob sie den Einbruchsmelder irgendwann auf den Markt bringen wollen, wissen die Schüler noch nicht. "Erst einmal Abi", betont Melzner. Und ein kleines Problem gibt es da auch noch. "Es hat einen Kurzschluss gegeben", gesteht er. Das Board ist durchgeschmort. "Es funktioniert aber alles theoretisch - und praktisch", beteuern beide. Die Schüler hoffen nun, dass der VDE ihnen noch einmal Material zur Verfügung stellt, um das Gerät noch einmal neu zu bauen.
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