Hans Rupprecht in Nagaland
Osterkerze an Weihnachten

Hans Rupprecht (links) überreichte an Pater Samuel eine Osterkerze.

Seit zwei Monaten ist Hans Rupprecht wieder in der Salesianerstation Don Bosco in Zubza. Im Nordosten Indien führt der Eschenbacher Entwicklungshelfer ein Projekt fort, das er Anfang 2015 begonnen hat. Am 16. November startete er in die Dschungelregion, zum Jahreswechsel meldete sich Rupprecht erstmals in der Oberpfalz.

Er schildert die beschwerliche Anreise und den Empfang mit Gitarrenklängen, Gesang und Handschlag. Gewartet hat bereits der Abiturient Luca Mühlmeier aus Schwarzenbach bei Bärnau auf Oberpfälzer Verstärkung. Er ist seit September dort. Rupprecht nennt ihn einen Glücksfall für die Aktion "Hand in Hand fürs Nagaland". Die Aktion brauche mehr Helfer. Um sich einzubringen, sei nur handwerkliches Geschick nötig. Voraussetzung seien Englischkenntnisse und der Verzicht auf Komfort. "Auch die Kosten für Flug und Impfungen/Untersuchungen müssen selbst bestritten werden." Dafür biete sich großartiges Bergpanorama, ein einfaches Zimmer und die Gastfreundschaft der Nagas.

Die ersten Tage dienten der Bestandaufnahme. Dazu gehörte der Besuch im Konvent der Little-Flower-Schwestern, die auf Gemüse- und Blumensamen für ihren Garten warteten. "Zur Verbesserung der Kasse verkaufen die Schwestern exotische deutsche Blumen." Auch über Medikamente, Süßigkeiten und anderes Nützliche in seinem Reisegepäck herrscht Freude. Ein Laptop ging an Pater Samuel für die Ausbildung der Novizen. Samuel ist in Eschenbach von einem Besuch bekannt. Rupprecht berichtet von den Mühen der Eltern, das Schulgeld aufzubringen. Ohne Geld gebe es kein Zeugnis. Um die Schulausbildung zu sichern, würden sich Eltern oft verschulden. "Glücklicherweise haben sie es eingesehen, dass Bildung der einzige Weg ist." Hier leisten die Salesianer gute Arbeit: "Die staatlichen Schulen werden kaum besucht, ihr Bildungsstand in der 7. Klasse entspricht dem der 3. Klasse in der Don Bosco School." Für jährlich 80 Euro könne man eine Schulpatenschaft für ein Kind übernehmen.

Mit Begeisterung beschreibt er die erste Primiz eines Salesianers im Nagaland. Die Fahrt ins 90 Kilometer entfernte Wokha dauerte vier Stunden. Auf 1600 Metern Höhe feierten 70 Salesianer in einem 2000-Mann-Zelt mit dem Bischof. "Der Primiziant kommt im Priestergewand, darüber trägt er Stammesinsignien, die er feierlich nach und nach an die Eltern zurückgibt." Hohen Erlebniswert hatte ein Kurzbesuch des "Hornboll-Festivals" im 30 Kilometer entfernten Kisama. Dort stellten 16 Naga-Stämme ihre Tänze, Kleidung und ihr Essen vor. Die Oberpfälzer wurden besonders beäugt. Zu Weihnachten spielte Hans Rupprecht nach Kirchgang und Festessen (mit Reis, Gemüsebrühe, Gemüse, Obst und Schweinefleisch) Christkind. Er übergab die von der Eschenbacherin Nicole Nickl gestaltete Osterkerze 2016.
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