Harald Schlöger hält Vortrag
„Wenn Falter tanzen“

OGV-Vorsitzender Willi Trummer dankte Harald Schlöger für seine Ratschläge, Gärten im Winter richtig zu pflegen. Bild: rn

Was ist im Garten im Herbst und Winter zu tun? Antworten darauf gab Harald Schlöger bei einem Vortrag. Sein Appell lautete: "Bewirtschaften Sie Ihren Garten im Einklang mit der Natur."

Der Gartenfachberater des Landkreises Tirschenreuth traf im Gasthof "Weißes Roß" auf eine wissbegierige Gemeinschaft des Obst- und Gartenbauvereins. In seinen Betrachtungen rief er dazu auf, beim Garteln auf Witterung und Naturkalender zu achten.

Dazu sein Merksatz: "Wenn Falter tanzen, kann man zum ersten Mal pflanzen." Als Beweis für die Klimaveränderung nannte er die Entwicklung der Phonologischen Periode seit 1808 am Beispiel der Rosskastanie, deren Zeit des Blattaustriebs, bemessen ab Jahresbeginn, von 100 auf 50 Tage zurückgegangen ist.

Triebe erhalten


Seine Tipps für die Herbstzeit begann Schlöger mit dem Teilen von Blütenstauden, dem Auslichten der Himbeeren, bei Herbsthimbeeren kompletter Rückschnitt nach der Ernte, und dem winterfest machen von Hecken. Bei Johannisbeeren sollten nur acht bis zwölf Haupttriebe erhalten bleiben, deren Fruchtholz nicht älter als drei bis vier Jahre sein darf. Nachdem er über die Apfeleinlagerung informierte, zeigte der Experte, wie wichtig das Gießen von Herbstastern ist.

Zur Bilderserie gehörten auch Gräser in Herbstfärbung - die Schmucknote eines jeden Gartens. Um ein Fäulnisrisiko zu vermeiden, sollten sie erst im Frühjahr abgeschnitten werden. Der Experte ging auch darauf ein, Blumenzwiebel im Herbst zu setzten und zeigte, wie belebend in Gruppen gepflanzter Lauch wirkt.

Sofort pflanzen


Er gab auch eine Anleitung, um Rosen zu pflanzen, die "vernünftige Pflanzlöcher" und mineralischen Volldünger erhalten sollten. "Pflanzen sie Rosen noch am Tag des Kaufs, lassen sie sie mindestens zwei Stunden in einem Wasser stehen und achten sie darauf, dass die Veredelungsstelle mindestens fünf Zentimeter in der Erde liegt", waren seine Ratschläge. Zum Wohl der heimischen Vogelwelt, die in der Sommerzeit Schädlinge reduziert, empfahl Schlöger, Beeren an Wildgehölzen und Samenstängel an Blumen zu lassen.

Doppelte Wirkung sprach er dem Kalkanstrich an Obstbäumen zu: Er verhindert, dass die Rinde beim Übergang vom Winter zum Frühjahr platzt und verätzt Schädlinge. Rosen von Laub zu entfernen, soll vor Pilzen schützen. Zu Arbeiten zählte der Referent auch, den Rasen von Laub zu befreien, Böden umzugraben, mit Kalk zu düngen und den Boden alle drei bis fünf Jahre zu untersuchen. Balkon- und Kübelpflanzen "so lange wie möglich draußen bleiben".

Nach Anregungen zu Grabgestaltung - "auf unseren Friedhöfen liegt einiges im Argen" -, Schnitt von Reisern, Bau von Insektenhotels und der Pflege von Zimmerpflanzen, wandte sich Schlöger dem naturgemäßen Obstbaumschnitt zu. Die Zuhörer sollten dabei "ein Gespür für den Rhythmus des Lebens" bekommen.
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