Hasenseuche
Kleintierzüchter im Unklaren

Josef Kaufmanns Hasen geht's gut. Der Vorsitzender des Kleintierzuchtvereins Speinshart und Umgebung ist aufgrund der grassierenden Hasen-seuchen unbesorgt. Bild: do

Hasen und Kaninchen von Kleintierzüchtern rund um Eschenbach sind nicht von der Hasenseuche betroffen. Zumal gibt es keine offiziellen Warnungen vom Veterinäramt.

Unter Kleintierzüchtern und Kaninchenhaltern kommen Sorgen um ihre Hasen auf. "Vom Veterinäramt wissen wir offiziell noch gar nichts", ist Werner Kennel junior, Vorsitzender der Eschenbacher Kleintierzüchter besorgt. Solche Bedenken, die Seuche könnte von ersten Vorfällen im Weidener Stadtgebiet auch nach Speinshart überschwappen, hat Josef Kaufmann trotzdem nicht.

Auch Kennels Hasen sind gesund und munter. Dennoch: "Sorgen hat man schon. Ich schaue mit gemischten Gefühlen auf die Sache." Zum einen ist den Mitgliedern des Zuchtvereins vorgeschrieben, ihre Hasen und Kaninchen zu impfen. Andererseits sind Insekten eine potenzielle Ansteckungsgefahr für die Tiere. "Gottseidank sind die im Winter rarer als im Sommer. Man hegt und pflegt seine Tiere. Wenn sie erkranken, ist es traurig anzusehen", erklärt Kennel.

Seine Langohren umsorgt er jeden Tag. Nur auf Bildern hat er die Auswirkungen des Virus gesehen: "Es ist ein schockierender Anblick. Innerhalb von 48 Stunden kann der ganze Bestand tot sein", weiß der Kleintierzüchter. Auch Besitzern, die nicht im Verein sind, rät er, die Hasen und Kaninchen impfen zu lassen. Ebenso sind geimpfte Tiere Vorschrift für Aussteller auf den Schauen.

Werner Kennel senior war über 40 Jahre Vorsitzender der Kleintierzüchter. Er hat Bedenken wegen eventueller Sperren der Tier-Schauen- und Ausstellungen. "Letztes Jahr mussten wir den Bezirks-Geflügelmarkt in Waidhaus absagen, wegen eines Vogel-Grippe-Vorfalls im Bayerischen Wald. Alle Jahre ein anderer Zirkus. In den 40 Jahren, in denen ich Vorsitzender war, gab es nie Probleme."

Auf der Kaninchen-Schau des Eschenbacher Kleintierzuchtvereins am 3. und 4. Dezember stellen Züchter 64 Hasen aus. Bis jetzt gibt der Verein grünes Licht für die Veranstaltung. Doch das Veterinäramt kann die Schau auch kurzfristig sperren: "Wenn wir Pech haben, müssen wir absagen. Die Planungen sind komplett abgeschlossen, die Preisrichter stehen bereit", so Kennel junior. Sowohl die angemeldeten Züchter als auch der Verein haben schon Ausgaben getätigt. "Mit solchen Geschichten verliert der Verein Züchter", bedauert der Vorsitzende und hofft, die Kaninchenschau halten zu können.

Josef Kaufmann aus Speinshart, Kleintierzüchter und Zoohandlungsinhaber, sieht keinen Grund zur Sorge: "Mir ist noch kein Fall bekannt." Seine 150 Hasen sieht er in Sicherheit. "Wir hatten noch nie ein Problem." Für ihn sind die Infekte eine Frage der Haltung. Wer auf seine Kaninchen achtet, wie etwa den Stall reinigt und desinfiziert, frisches Trinkwasser gibt, oder mit Vitaminen und Mineralien im Futter für ein starkes Immunsystem der kleinen Tiere sorgt, müsse keine Bedenken haben.

HasenseucheViruserkrankung Myxomatose : Sind die Hasen mit dem Virus infiziert, schwellen die Augenlieder der Tiere deutlich zu.

"Rabbit Haemorrhagic Desease " (RHD ): Bei der China-Seuche sind die Symptome unklarer: Oft leiden die Kanninchen unter Fieber, Apathie oder Einblutungen.

Übertragung : Die Viren werden von Tier zu Tier, durch Insekten, Futter oder virusbehaftete Gegenstände infiziert.

Vorsorge : Das Veterinäramt mahnt Tierhalter zur Vorsicht. Eine Impfung der Hasen und Kanninchen gegen RHD ist möglich. Gegen die Virusvariante RHD 2 gibt es noch keinen Impfstoff. (szl)
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