Imkter widmen sich in ihrer Frühjahrsversammlung Schädlingen und ihrer Bekämpfung
Giftpflanzen als Gefahr für Honig

Viel Wissenswertes bot Imker-Vorsitzender Anton Schönberger den vielen Mitgliedern, die trotz des schlechten Wetters zur Frühjahrsversammlung ins Kleintierzüchterheim gekommen waren. Vom afrikanischen "Beutelkäfer" über die "Asiatische Hornisse" bis hin zu Giftpflanzen reichte dabei die Palette. Auch erlaubte Bekämpfungsmittel mit und ohne Chemie kamen zur Sprache. Bild: gpa

Cool sein, Ruhe bewahren: So lautet im Januar und Februar die Devise für die Bienenzüchter. An den länger werdenden Tagen ist die Beobachtung der Fluglöcher jetzt primäre Arbeit eines jeden Imkers. Kontrollieren und dokumentieren, den Rhythmus der Natur beachten: Das waren auch die Themen in der Frühjahrsversammlung.

Das nasskalte Wetter, gepaart mit Sturmböen, war kein Hindernis für die Bienenzüchter, der Zusammenkunft im Heim der Kleintierzüchter fernzubleiben. Vorsitzender Anton Schönberger begrüßte dazu erfreulich viele Jungimker und - unter starkem Beifall - seinen Vorgänger Hans Krapf, der nach einem Krankenhausaufenthalt erstmals wieder in der Runde präsent war.

"Die stärkste Abordnung kam von unserem Verein", betonte Schönberger beim Rückblick auf die Veranstaltungen des Kreisverbands vor kurzem in Schlammersdorf und Weiden. "Das Referat des Fachberaters Guido Eich aus Celle war selbst für alte Hasen einmalig . Vieles, was er vortrug, war uns neu." Sein Dank galt daher dem Kreisvorsitzenden Reinhold Ziegler, der weder Kosten noch Mühen gescheut habe, um diesen Experten in die Oberpfalz zu holen.

Schädlinge und Bekämpfungsmittel waren das erste Thema des Vorsitzenden im Informationsteil. "Perizin" und "Bayvarol" werden vom Markt genommen, berichtete er, für "Amitraz" sei in Deutschland eine Neuzulassung erfolgt. Thymol-Produkte seien nicht mehr apothekenpflichtig und frei verkäuflich, ein Eintrag ins Bestandbuch entfalle.

"Chemie nur im Extremfall"


Weil deutscher Bienenhonig mehr in den Bio-Bereich wechseln will, warnt das Bieneninstitut Veitshöchheim davor, zu stark Chemie einzusetzen. "Wenn wir zum Beispiel mit Ameisen- oder Milchsäure, die wir schon bisher verwenden, zurecht kommen, sollte auf Chemie nur im Extremfall zurück gegriffen werden", riet Schönberger den Mitgliedern. Außerdem verwies er auf den Eintrag in die Bestelllisten von Varroa-Bekämpfungsmitteln.

Der Vorsitzende warnte die Imker außerdem vor neuen Gefahren. So könnte der "Beutelkäfer" zur Bedrohung werden. Er wurde aus Afrika nach Süditalien eingeschleppt, wo Bienenvölker vieler norddeutscher Züchter überwintern, die bei der Rückkehr den Käfer nach Deutschland einschleppen könnten. "Es ist nur zu hoffen, dass die bei uns in Wintermonaten herrschenden Temperaturen dem Viecherl nicht gefallen, und wir daher von ihm verschont bleiben", sagte Schönberger. Auch die vor zehn Jahren aus China nach Südfrankreich eingeschleppte "Asiatische Hornisse" könnte zur Gefahr werden.

Der Vorsitzende wies darüberhinaus auf eine noch viel größere Gefahr hin: Diese gehe von Giftpflanzen in der Natur aus. Zu ihnen gehören das Borretsch-Gurkenkraut, der Gemeine Wasserdost, der Gewöhnliche Natternkopf und ganz besonders das Jakobskreuzkraut. Der Verzehr von nur zwei Blüten dieser Pflanze könne bereits den Tod einer Kuh bedeuten. Hier gelte für jeden Imker nur die Devise: "Gar nicht hochkommen lassen; jede Pflanze sofort ausreißen, um dadurch unseren wertvollen Honig nicht zu gefährden!"

"Oberpfälzer Imkertag"


Abschließend hatte Schönberger noch einige Einladungen "im Gepäck". Am Sonntag, 20. März, findet zusammen mit der 150-Jahr-Feier des Imkervereins Erbendorf der "Oberpfälzer Imkertag" statt, an dem sich auch die Eschenbacher Bienenzüchter beteiligen. Näheres dazu wird rechtzeitig bekannt gegeben.

Sehr erfreut ist der Vorsitzende, dass sich bereits viele Mitglieder zur Mitarbeit beim Imkerfest am 5. Mai bereit erklärt haben. Trotzdem sind weitere Helfer erwünscht. Außerdem gab er bekannt, dass der Kreisverband am Sonntag, 10. Juli, eine Busfahrt zum Imkertag in Veitshöchheim unternehmen werde. Dazu sind auch alle Bienenzüchter aus Eschenbach eingeladen.
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