Jagdpächter Martin Gottsche erläutert in Jahreshauptversammlung der Jagdgenossenschaft ...
40 Stunden für ein Wildschwein

Ungünstiges Wetter und relativ spätes Austreten der Rehe zur Äsung: Beides trug dazu bei, dass Jagdpächter Martin Gottsche Probleme hatte, die Abschussvorgaben zu erfüllen. Doch es kam ihm jemand "zu Hilfe".

Wer das war, davon setzte er die Jagdgenossen in der Jahreshauptversammlung (wir berichteten) mit einer hintergründigen Anmerkung in Kenntnis: "Dank der Freunde aus der US-Siedlung Netzaberg erfüllte ich meinen Abschuss." Zum Rotwild brachte Gottsche vor, dass ohne Winterwitterung wenig Abschusschancen bestünden. Negativ wirkten sich auch Drückjagden am Rand des Übungsplatzes aus.

"Intensiv haben wir uns des Themas Schwarzwild angenommen", versicherte der Waidmann. Er dankte seinen Mitjägern für ihren Beitrag zu dieser "extrem zeitintensiven Bejagung" und schätzte den Zeitaufwand pro erlegter Sau auf 40 Stunden. Gottsche sprach von einer sehr guten Kommunikation zwischen Grundeigentümern und Jägern sowie von einer Schadensregelung im gegenseitigen Einvernehmen. Das Miteinander sei vorbildlich und Garant dafür, das Wildschweinproblem einigermaßen im Griff zu haben.

"Eine Cäsium-Belastung gibt es bei uns nicht", versicherte er den Jagdgenossen. Das Wildbret der erlegten Schwarzkittel bezeichnete er als "bestuntersuchtestes Fleisch" von hoher Qualität. Bei einem Grenzwert von 600 Becquerel sei der hiesige Wert von etwa 100 Bq unbedeutend. Wegen Fleischlieferungen verwies er an die örtlichen Jäger.

Wenn auch nur vier Ketten zu beobachten sind, wertete der Jagdpächter das Vorkommen der Rebhühner - "sie passen in die Landschaft und werden gehegt" - als Erfolg. Für sie regte er eine spezielle Wintersaat an und meldete als Schutzmaßnahme den Abschuss von 25 Füchsen.

Ein weiteres Anliegen war Gottsche der Schutz der Rehkitze. Da das Risiko beim zweiten Grasschnitt besonders hoch ist, rief er die Landwirte auf, sich vorher zu melden: "Wir schauen uns die Wiese dann an."

"Dem ist nichts hinzuzufügen", erklärte der zweite Jagdpächter Anton Ackermann. Auch er verkündete: "Rehwildabschuss erfüllt, Hochwildabschuss nicht." Ackermann bedankte sich bei den Jagdgenossen für die gute Zusammenarbeit. Nicht zuletzt beklagte er ebenfalls die hohe Population beim Schwarzwild: "Die Sauen haben bereits jetzt schon wieder Frischlinge."
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