Keine Asylbewerber im Weißen Roß
Regierung zieht zurück

Das "Weiße Roß" wird keine Asylbewerberunterkunft. Nun ist die Eigentümerin auf der Suche nach einem neuen Pächter für das Restaurant. Bild: rn

Die Entscheidung ist gefallen, die Zukunft des Weißen Roßes in Eschenbach bleibt ungewiss. Asylbewerber werden am Marienplatz aber sicher nicht einziehen.

(rn/wüw) Es wird keine Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber im Weißen Roß geben. Am Mittwoch informierte die Regierung der Oberpfalz die Stadt Eschenbach, dass sie vom Mietvertrag zurückgetreten ist, weil "die für die Nutzung als Asylbewerberunterkunft notwendige Nutzungsänderung nicht fristgerecht vorgelegt werde konnte", heißt es in dem Schreiben.

Eigentümerin Liane Burger bestätigt den Rückzug der Regierung auf Anfrage. Die Frist im Vertrag lief ursprünglich bis 31. Mai. "Zwei Wochen hat die Regierung noch abgewartet, nun habe sie die Regensburger Behörde über den Rückzug informiert. Mit ihrem Haus am Marienplatz verfolgt Burger nun neue Pläne: "Ich bin auf der Suche nach einem Pächter für die Gaststätte." Den Hotelbetrieb möchte sie selbst fortführen. Erste Gespräche habe sie bereits geführt, einen aussichtsreichen Kandidaten gebe es derzeit aber nicht.

Keine Entscheidung gibt es bislang im Landratsamt zur Nutzungsänderung, die Prüfungen hierzu laufen noch. Konsequenzen wir die Entscheidung nun wohl keine mehr haben, indirekt wäre mit ihr aber eine Beurteilung des Vorgehens des Eschenbacher Stadtrats verbunden. Nachdem Burger eine Nutzungsänderung ihrer Gaststätte hin zu einer Asylbewerberunterkunft beantragt hatte, beschloss das Gremium einen neuen Bebauungsplan für die Alstadt. Dieser Beschluss ermöglichte dem Gremium eine Veränderungssperre zu erlassen, und so die Nutzungsänderung abzulehnen. Das Landratsamt hätte die Möglichkeit, den Antrag zu genehmigen, wenn sie den neuen Bebauungsplan als bloße Verhinderungsplanung einstuft.

Dass es sich um genau dies handelt, steht für Liane Burger außer Frage. Sie ist vom Verhalten des Bürgermeisters und des Stadtrats sehr enttäuscht. Abgesehen von einem Brief und einem sehr vagen telefonischen Angebot von Bürgermeister Peter Lehr habe mit ihr kein Mitglied des Gremiums direkt über die Situation und die Möglichkeiten gesprochen, tritt sie anderslautenden Behauptungen entgegen. Ein Stadtrat habe ihr einen möglichen Pächter über gemeinsame Bekannte vorgeschlagen. Der betreffende Wirt hatte nach mehreren Gesprächen letztlich aber auch kein ernstes Interesse.
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